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Aragonien (Aragón)

Von den Höhen der Pyrenäen im Norden bis an die Grenze von Valencia im Süden reicht die Region Aragonien (Aragón). Mitten durch das Gebiet fließt der Rio Ebro, einer der großen Flüsse Spaniens. Während die Hauptstadt Zaragoza im Tal des Ebro auf rund 200 m über dem Meer liegt, liegt Teruél, die (nach Huesca) drittgrößte Stadt der Region in 900 m Höhe. Das kontinentale Klima sorgt für warme Sommer und kühle Winter, und in den Höhen der Berge zwischen Teruél und Valencia, die eine unserer Vias Verdes durchquert, kann man im Winter schilaufen.

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In der Region Aragón (Aragonien) gibt es vier Vias Verdes, drei davon haben wir in Augenschein genommen. Der vierte Radweg, die Via Verde del Campo de Borja (Länge 10 km), gehört zu den unbefestigten Radwegen, das heißt er ist weder beschildert noch ausgebaut. Die zwei großen Radwege, Via Verde de Ojos Negros Teil II und Via Verde de la Val de Zafan sind inzwischen gut ausgebaut und großenteils asphaltiert. Der dritte Radweg, die Via Verde de Valfambra, ist beschildert, aber größtenteils nicht asphaltiert und auch nicht in den offiziellen Führern verzeichnet.

 


1. Via Verde de la Val de Zafan ( 50 km)

Die Via Verde de la Val de Zafan wurde Anfang 2007 durch den Weiterbau der Via Verde de la Terra Alta über Arnes-Lledó hinaus an die Radwege des Ebrogebietes angebunden, so dass die Fahrt auf der ehemaligen Bahntrasse von Tortosa bis nach Alcañiz möglich wurde. Der enorme bautechnische Aufwand der ehemaligen Bahnstrecke, deren Bedeutung im spanischen Bürgerkrieg ihren traurigen Höhepunkt erfuhr, wird durch den ehemals längsten mit dem Fahrrad zu befahrenden Tunnel in Europa (Túnel de Valdealgorfa, 2136 m ) verdeutlicht (Mit dem Ausbau des Tunnel von Uitzi in Navarra mit 2700 m Länge wird dieser Rekord wohl gebrochen). Leider ist der Tunnel seit dem Frühjahr 2009 für jeglichen Verkehr gesperrt, eine Umfahrung wurde beschildert. Ob und wann eine Wiederöffnung des Tunnel geplant ist, ist bisher nicht bekannt.

Ausgebaut ist der Radweg von Arnes/Lledó bis Valdealgorfa , so dass noch rund 15 km auf nicht asphaltierter Strecke bis Alcañiz übrig bleiben. Dieser Abschnitt wird von Kfz. der Anwohner und landwirtschaftlichen Fahrzeugen mitbenutzt. Insgesamt beträgt die Strecke also ca. 50 km. Weitere 10 km sind auf ebenfalls nicht ausgebauter Trasse (Feldweg) Richtung La Puebla de Hijar bis nach Puigmoreno fahrbar.

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2. Via Verde de Ojos Negros II ( 100 km)

Die Via Verde de Ojos Negros wurde auf der Trasse einer Minenbahn ausgebaut, die von Puerto de Sagunto am Mittelmeer nördlich von Valencia bis zu den Eisenminen von Ojos Negros 70 km nordwestlich von Teruél über 205 km führte. 14 Tunnel und 37 Brücken oder Viadukte waren notwendig, um den Höhenunterschied von ca. 1000 m durch das bergige Land zu bewältigen. Viele dieser Bauwerke wurden in den Radweg integriert, dessen 1. Teil zum Gebiet von Valencia, der 2. Teil zu Aragón gehört. Beide Wege gehen bei Barracas lückenlos ineinander über.

Die Via Verde de Ojos Negros II von Barracas über Teruél-Los Baños nach Santa Eulalia (100 km) wurde bis 2010 vollständig ausgebaut. Die Fahrbahn besteht aus Asphalt mit Splitt.

Das Kuriose an dieser Strecke sind die zwei Eisenbahntrassen, eine davon noch in Betrieb, die andere als Radweg umgebaut, die über mehr als 200 km parallel zueinander verlaufen. Deshalb ist auch eine Anreise zu den einzelnen Abschnitten mit der Bahn möglich, allerdings verkehren nur sehr wenig Züge (Strecke Valencia- Zaragoza).

Ojos Negros I und II (Gesamtstrecke Algimia -Sta. Eulalia) sind somit zur Zeit der längste zusammenhängende Bahntrassenradweg in Spanien (163 Kilometer, 1055 m Höhendifferenz).

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3. Via Verde de Valfambra ( 30 km)

Dieser Bahntrassenweg ist nicht im Führer der Spanischen Vias Verdes verzeichnet. Wahrscheinlich wird er nicht von der Fundacion der Spanischen Eisenbahn verwaltet.

Der Rad- oder Wanderweg verläuft durch das Tal des Rio Alfambra (Val de Alfambra= Valfambra) auf der Trasse einer Bahnlinie, die unter der Diktatur von Miguel Primo de Rivera (1928) geplant war und von Teruél über Alcañiz nach Tortosa verlaufen sollte. Sie wurde nie fertiggestellt.

Der heute fahrbare Abschnitt ist 30 Kilometer lang und führt von Teruél (Los Baños) zum kleinen Ort Alfambra. Der Oberflächenbelag hat Feldweg-Charakter, teils gibt es auch steinige Passagen, es gibt keine nennenswerten Steigungen. Das letzte Stück der Strecke zwischen Alfambra und dem Endpunkt des Radwegs am Viadukt Puente de la Venta ist asphaltiert. Auf dem Radweg sind 4 Tunnel fahrbar.

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In Aragón stehen dem „Bahntrassenradler“ also etwa 165 Kilometer Radweg zur Verfügung. Auf diesen alten Bahntrassen kann man die 1000 Höhenmeter vom Mittelmeer in das Spanische Hochland relativ einfach überwinden.





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