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Portugal

Wie in anderen Regionen Südeuropas sind auch in Portugal viele alte Bahnstrecken im Laufe der Jahre stillgelegt worden. Finanzielle Schwierigkeiten und die mangelnde Rentabilität des Bahnverkehrs haben den Bahnverkehr vor allem in den unwegsamen Bergregionen zum Erliegen gebracht und eine Vielzahl von Bahntrassen zurückgelassen, die eine hervorragende Plattform für Radwege bieten. Oft sind die alten Bauwerke wie Bahnhöfe, Tunnel und Viadukte in gutem Zustand erhalten geblieben. Die gleichmäßige Steigung der alten Trassen ermöglicht auch untrainierten Radlern einen Zugang ins zerklüftete Bergland Nordportugals. Der Ausbau zu Radwegen wurde meist von der Europäischen Union gefördert, aber nicht alle Einheimischen begrüßen den finanziellen Aufwand für diese Radwege, zumal für die Instandhaltung der Wege weitere Kosten auf die Kommunen zukommen. Das Verschwinden der Verkehrsanbindung der kleineren Orte an den Bahnverkehr wird von den dort Ansässigen öfters kritisiert und bedauert, der positive Effekt der neuen Radwege auf die Zunahme eines sanften Tourismus ist nur schwer einzuschätzen.

Als wir das erste Mal mit dem Fahrrad Portugal durchquerten - im Jahre 1980 - gab es noch keine Ecopistas und die Bahnstrecken waren noch in Betrieb. Die Fahrzeuge, die auf diesen Trassen unterwegs waren, stehen heute im Museum, zum Beispiel in Macinhata do Vouga.

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Das Bild aus dem Jahr 1980 zeigt einen Schienenbus der Bahnlinie von Moncorvo nach Pocinho (Douro), der unüberhörbar an uns vorbei ratterte.

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Auch an den umgewandelten Bahnstrecken findet man Relikte einer vergangenen Zeit. Dieser eiserne Koloss steht am Bahnhof von Torredeita an der Ecopista Viseu - Dão.


 

Die Radwege auf alten Bahntrassen in Portugal tragen in der Regel die Bezeichnung "Ecopistas". Manchmal wird auch die Bezeichnung "Ciclovia" verwendet, was einfach "Radweg" bedeutet und nicht unbedingt einen Radweg auf einer ehemaligen Bahnstrecke. Ein Radweg entlang der Algarveküste von Cabo de S. Vicente (Sagres) bis nach Vila Real de Santo António an der spanischen Grenze trägt die Bezeichnung "Ecovia", ist aber kein Bahntrassenradweg ("Ecovia do Litoral", 214 km lang).

Naturgemäß orientieren sich die Bahnstrecken, besonders im Bergland, am Verlauf der Flüsse, und so tragen die Ecopistas im Norden Portugals auch meist die Namen der entsprechenden Flüsse. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Radwege auch auf Flussniveau liegen, und manchmal sieht man nicht viel von den Gewässern.

Folgende Bahntrassenradwege haben wir im Jahr 2017 "erfahren":

 

Alle hier genannten Radwege sind als Einzelstrecken zu verstehen, eine offizielle Verbindung dieser Radwege existiert nicht. Bei manchen Radwegen kann man - auf eigenes Risiko - auf der Trasse weiterfahren. Hierfür ist ein geländegängiges Fahrrad mit breiten Reifen empfehlenswert (evtl. Schotter, Steine Sand, bei Regen Matsch!).

Die Entfernungsangaben geben die von uns gefahrenen Kilometer wieder. Sie orientieren sich an den offiziellen Bahnkilometern, allerdings muss man Umfahrungen mit einplanen. Eine gute Übersicht findet man auf der Webseite http://www.ciclovia.pt/ (alle Ciclovias, nicht nur die Bahntrassenradwege).

Die Qualität der Radwege ist sehr unterschiedlich und reicht von feinem Asphalt bis hin zu Feldwegcharakter mit Splitt und Schotter. Auch der Pflegezustand der einzelnen Wege differiert erheblich. Man findet gut gepflegte und völlig vernachlässigte Abschnitte, es gibt beleuchtete Wege und sogar Bedarfsampeln auch mitten in der Berglandschaft. Einige Wegabschnitte sind bereits zugewachsen und die Beschilderung ist beschädigt oder gar ganz verschwunden. Mit Schlaglöchern, aufgeworfenem Asphalt oder Beschädigungen der Fahrbahn durch Baumwurzeln muss man rechnen, Pfostensperren oder Barrieren können mitunter zu Plage werden. In manchen Abschnitten findet man nur noch gefährliche Reste der Sperren auf der Fahrbahn.

Wer seine Fahrweise anpasst, wird auf den Ecopistas einen Zugang zur grandiosen Landschaft Portugals erfahren, fernab von den überfüllten Regionen der Touristenhochburgen und Badestränden der Küsten. Wie auch auf den Vías Verdes Spaniens sollte man ausreichend Verpflegung dabei haben, denn nicht immer findet man einen Supermarkt oder ein Gasthaus direkt in der Nähe des Radwegs.

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Ende der Ecopista do Tâmega in Arco de Baúlhe

 

 
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