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Ecopista do Vouga - 68 km (Ausbau 10,5 + 2,5 km)

 Befahrung 05 und 09/2017

Die Eisenbahnstrecke durch das Tal des Flusses Vouga (Linha do Vouga, oder ursprünglich Linha do Vale do Vouga) war eine Bahnstrecke in Meterspur, deren Ast die Hauptstrecke mit der Stadt Viseu verband. Dieser Abschnitt von 79 km Länge wurde 1990 stillgelegt. Die Strecke am Fluss Vouga entlang zweigte in Sernada do Vouga ab und führte über Oliveira de Frades und São Pedro do Sul nach Viseu, wo der Anschluss an die Linha do Dao (heute Ecopista) bestand. Inzwischen ist diese Bahnstrecke ebenfalls stillgelegt und Viseu vom Bahnverkehr völlig abgeschnitten.

Mit dem Fahrrad befahrbar (auf eigenes Risiko) ist die Strecke auf einer Länge von 69 Kilometern, ausgebaut und asphaltiert sind allerdings nur zwei Teilabschnitte:  Der erste Abschnitt von 10,5 km Länge ab Foz do Rio Mau und neuerdings ein weiterer kurzer Abschnitt von 2,6 km Länge auf dem Gebiet von Sao Pedro do Sul. Für die anderen Abschnitte benötigt man ein stabiles Fahrrad mit breiten Reifen, teilweise ist die Strecke als MTB-Strecke beschildert. Die Fahrbahn ist in einigen Bereichen holprig, aber meistens hat sie Feldwegcharakter und ist bei trockenem Wetter recht gut befahrbar.

Die Fahrt durch die Berglandschaft Nordportugals ist ein Erlebnis, die Strecke hat 17 kurze Tunnel und vier große Viadukte zu bieten. Die Fahrt auf der Trasse begint in dem kleinen Ort Carvoeiro  bei Bahnkilometer 63,9, ca. drei Kilometer vom nordwestlich Abzweig bei Sernada do Vouga entfernt. Die ersten 2,5 km sind zwar als Radweg beschildert, sind vom Charakter her aber ein Feldweg. (Bezeichnung portug.  Percurso de Águeda). Der eigentliche Ausbau beginnt in der kleinen Ansiedung Foz do Rio Mau bei Bahnkilometer 66,5.

Der asphaltierte Abschnitt, landschaftlich besonders schön, führt zunächst am Fluss entlang, windet sich aber schon bald fast unmerklich den Hang hinauf in die Berge und führt durch Tunnel und über Brücken. Herausragendes Bauwerk ist die Brücke über den Rio Vouga bei Poço de Santiago, im Verlauf der Strecke sind 6 relativ kurze Tunnel befahrbar. Der ehemalige Bahnhof Paradela ist bewirtschaftet.

Der Ausbau endet nach 10,5 Kilometern kurz nach dem ehemaligen Haltepunkt Cedrim nahe der Ansiedlung Fontelas do Vouga und geht in einen Feldweg über.

Der nächste Abschnitt führt über 30 km weiter in die Berge nach Vouzela (Bahnkilometer 106,2), Kleinstadt und Zentrum des gleichnamigen Kreises. Durch 8 kurze Tunnel und 3 große Viadukte geht die Fahrt. Kurz vor dem Bahnhof Vouzela überquert man das Viadukt "Ponte do Caminho-de-Ferro", das mit 15 Steinbögen das Tal des Rio Zela überspannt.

Ab Vouzela in Richtung Viseu ist die Trasse ebenfalls nicht als Radweg ausgebaut, aber man kann mit Einschränkungen (auf eigenes Risiko) weitere 26 km auf der alten Bahnstrecke fahren. Weitere 3 Tunnel und 2 große Brücken sind erhalten geblieben. In diesem Abschnitt wurden im Jahr 2017 bei Sao Pedro do Sul 2,6 km Radweg ausgebaut. Die asphaltierte Strecke führt über das Viadukt "Ponte do Pego", das in luftiger Höhe die Schlucht des Rio Vouga überspannt

Die befahrbare Strecke endet etwa 8,5 km vor der Stadt Viseu, wo die Trasse vom Ausbau der Autostraßen zerstört und überbaut wurde. 

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Geschichte:

Der Ast der Bahnlinie "Linha do Vouga" nach Viseu wurde 1914 in Betrieb genommen. Im Jahre 1990 wurde der Abschnitt von Sernada do Vouga nach Viseu stillgelegt.

19 Jahre später wurde der erste Abschnitt des Radwegs zwischen Foz do Rio Mau und dem Bahnhof Paradela fertiggestellt, der zweite Teil zwischen Paradela und Cedrim/Fontelas wurde am 7. September 2013 freigegeben. Ein weiterer Ausbau von 2,6 km Länge auf dem Gebiet von Sao Pedro do Sul wurde am 7. Mai 2017 freigegeben.

Im Eisenbahnmuseum in Macinhata do Vouga, im noch aktiven Bahnabschnitt bei Sernada do Vouga, stehen die Lokomotiven der Anfangszeit, teils aus der deutschen Maschinenfabrik Kessler in Esslingen, teils von der Firma Henschel in Kassel.

 

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Die Stationen:

(Sernada do Vouga) - Carvoeiro -Foz do Rio Mau (Bahnkilometer 66,28) - Poço de Santiago - Cedrim - Senhora de Lourosa (ex. Barreiro) - Ribeiradio - Arcozelo das Maias - Santa Cruz (ex. 1953 Vila Chã) - Nespereira - Pinheiro de Lafões - Oliveira de Frades - São Vicente de Lafões - Vouzela - Termas de S. Pedro do Sul - São Pedro do Sul - Real das Donas - Moçâmedes - Bodiosa - Travanca de Bodiosa - (Mozelos - Campo - Abraveses - Viseu)

Die großen Bauwerke der Strecke:

Ponte de Poço de Santiago - Steinbrücke aus dem Jahr 1913 über den Rio Vouga, 28 m hoch, Länge 165 m, 12 ungleiche Bögen, Spannweite des zentralen Bogens 53 m an der Basis.

Ponte do Pego - S. Pedro do Sul - Steinbrücke aus dem Jahr 1914 über den Rio Vouga, 23 m hoch, Länge 87,7 m, 10 Bögen

Ponte do Caminho de Ferro - Vouzela - Steinbrücke aus dem Jahr 2015 über den Rio Zela, 15 Bögen

Ponte dos Melos - Nespereira - Steinbrücke aus dem Jahr 1913, Länge 127,9 m

17 kurze Tunnel sind befahrbar davon 6 im ausgebauten Abschnitt: Túnel de Ródão (29 m), Túnel de Carvoeira (42 m), Túnel de Vale Côvo (16 m), Túnel de Bouça Pedra (60 m), Túnel de Zebadinho (32 m), und Túnel de Tapada Velha (47 m).

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Radweg über die Brücke "Ponte do Poço de Santiago"

 

Hinweis: Auf dem kleinen Höhenprofil links oben einen Abschnitt mit der Maus markieren, dadurch wird dieser Abschnitt des Tracks auf der Karte angezeigt.

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 Strecke mit Google Earth™ ansehen und Trackdownload (gpx):

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Am Bahnhof Sernada do Vouga, wo die Bahnlinie in Richtung Viseu von der Hauptstrecke abzweigte, stehen die Regionalzüge der aktiven Bahnstrecke vor ihrem Depot.

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Auf der Straße nur 2,2 Kilometer am Fluss entlang erreicht man den kleinen Ort Carvoeiro, den Startpunkt der Ecopista, die hier als "Percurso de Águeda" beginnt. In diesem Abschnitt ist die Bahntrasse der Linha do Vouga durch die Straße überbaut, und nur die alte eiserne Bahnbrücke über den Rio Caima, einem Zufluss des Rio Vouga, erinnert noch an die alte Bahnlinie. dieser Abschnitt ist nicht asphaltiert (ca. 2,5 km).

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Am ehemaligen Bahnhofgelände am östlichen Rand der kleinen Ansiedlung beginnt der Weg. Ein hölzerner Wegweiser markiert den Beginn eines staubigen Weges.

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Der Abschnitt "Percurso de Águeda", benannt nach einem Nebenfluss des Rio Vouga, ist 2,5 km lang und völlig eben. Er führt zum eigentlichen Startpunkt bei Foz do Rio Mau, wo die asphaltierte Ecopista  beginnt. Ein recht holpriger Abschnitt führt durch ein Wäldchen.

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Versteckt im Unterholz erkennt man neben der Strecke einige alte Gemäuer - wahrscheinlich die Holzkohlefabriken, denen der Ort seinen Namen verdankt (Carvoeiro = Köhler) - wie viele andere Orte in ganz Portugal.

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Unverkennbar Bahntrasse! Nach kurzer Fahrt muss die Straße überquert werden.

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Ein Wegweiser des Jakobswegs steht an der Kreuzung (Blick zurück). Oberhalb der Straße, an den Felsen entlang führt die Trasse unmerklich etwas bergauf.

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Durch felsige Einschnitte geht die Fahrt, manchmal unterbrochen durch freien Blick auf den Fluss.

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Ein kurzes Stück flussaufwärts, an der Mündung des Rio Mau gibt es eine Verbindung zur Hauptstraße N16. Hier, in der kleinen Ansiedelung Foz do Rio Mau, beginnt offiziell die Ecopista do Vouga.

 
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 Profil des ausgebauten Abschnitts (1)

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Die Kilometrierung Ecopista ist nicht einheitlich, hier ist das erste Mal der Kilometer Null der ausgebauten Strecke.

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 Der asphaltierte Radweg führt schön am Hang oberhalb der Straße und des Flusses entlang.

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Die hölzernen Geländer wurden erneuert, aber der Ashalt ist in einigen Abschnitten stark beschädigt.

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Schon kurz vor Kilometer 1 erscheint der erste, kurze Tunnel (29m).

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                 An den Felswänden entlang hat man immer wieder freien Blick hinab auf den Fluss.

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Dann taucht zwischen den Bäumen ein großes Brückenbauwerk auf. Wir erreichen den Haltepunkt Poço de Santiago.

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Auffahrt auf die Brücke -  Tief unten der Fluss.

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Mit einem riesigem Steinbogen überspannt die Brücke den Rio Vouga.

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Auf der anderen Seite des Flusses geht es am Hang entlang aufwärts, zwischen der Felswand und Terrassen. Der 2. Tunnel liegt vor uns, er ist nur 43 m lang.

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Noch kürzer ist der nächste, ein Felsentor von 16 m Länge. Danach öffnet sich die Landschaft ein wenig.

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Noch einmal durch einen tiefen Einschnitt und an den lästigen Pfostensperren vorbei, dann erkennt man in der Ferne schon das Gelände eines Bahnhofs.

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