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Ecopista do Sabor: Torre de Moncorvo - Carviçais (24,5 km)

 Befahrung 05/2017

Die Linha do Sabor, war eine schmalspurige Eisenbahnstrecke, die den kleinen Ort Pocinho am Rio Douro mit dem Ort Duas Igrejas nahe der Kleinstadt Miranda do Douro verband. Diese Strecke, die von der Linha do Douro abzweigte, ist seit 1988 stillgelegt und wurde im Jahr 2006  auf dem Abschnitt Torre de Moncorvo - Carviçais zum Radweg Ecopista do Sabor ausgebaut.

Der Name der Bahnstrecke leitet sich vom Fluss Sabor ab, der das Bergland nördlich der ausgebauten Strecke in Richtung Douro durchquert. Die Länge der gesamten Bahnstrecke betrug 105,3 km, der Ausbau beginnt aber erst bei Kilometer 12 am Rande von Torre de Moncorvo in einer Höhe von ca. 400 m ü.NN. Die folgenden 24,5 km sind befahrbar, aber nicht asphaltiert. Seit dem Bau des Radwegs sind (im Frühsommer 2017) mehr als 10 Jahre vergangen, und einige Abschnitte haben sehr gelitten. Die Beschilderung und Wegweiser sowie die Geländer sind teils marode und bräuchten dringend Nachbesserung, und einige weiter in den Bergen gelegene Streckenabschnitte sind schon von der Vegetation überwuchert. Ein weiterer Abschnitt der Bahnlinie auf dem Gebiet von Miranda do Douro - zwischen den Bahnhöfen Sendim und Duas Igrejas (15 km) - sollte ab 2011 - 2015 ausgebaut werden, über den Stand dieses Projekt ist uns bis 2017 leider nichts bekannt.

Der Reiz der Ecopista do Sabor besteht in der einsamen Landschaft mit weiten Blicken über die Berge und hinab ins Flusstal des Rio Sabor, der durch einen Staudamm zu einem riesigen See aufgestaut wurde. Wir empfehlen, sich vor der Fahrt mit ausreichend Flüssigkeit und Nahrung zu versorgen, da die Strecke auch einsame Landstriche abseits der Straßen durchquert. Von Moncorvo aus (410 m ü.NN) geht es mit eisenbahntypischer Steigung stetig bergauf. Nach 10,5 km ist eine Höhe von 650 m erreicht. Nun wird das Profil flacher und erreicht nach weiteren 5 km den Scheitelpunkt in 680 m Höhe. Danach führt die Trasse in welligem Profil leicht bergab bis zum Ende des Ausbaus 2,5 km nach dem Bahnhof Carviçais (625 m ü.NN).

Der Ausbau des Radwegs begann mit dem Abschnitt Moncorvo - Larinho (5 km), der am 5. Juni 2006 eröffnet wurde. Am 25. September des gleichen Jahres wurde die Verlängerung bis Carvalhal fertig, damit standen gut 11 km Radweg zur Verfügung. Die restliche Strecke bis zum Ausbauende bei Carviçais muss in den Jahren 2008/2009 entstanden sein, wie auf einer Werbetafel zu lesen. Weitere, genauere Daten konnte ich bisher nicht eruieren.

Obwohl des öfteren angekündigt, scheint der Weiterbau der Ecopista bisher nicht erfolgt zu sein. Auch der Zustand der Strecke, vor allem in den entfernteren Abschnitten, lässt nicht Gutes erahnen. Sinnvoll für eine breitere Nutzung wäre auf jeden Fall eine Asphaltierung und ein Anschluss an die aktive Bahnstrecke am Duoro bei Pocinho. Im Gespräch war auch einst die Einbeziehung der großen Bahnbrücke über den Douro. Ohne weitere strukturelle Verbesserungen scheint das zukünftige Schicksal dieses landschaftlich schönen Radwegs eher besiegelt. Wahrscheinlich aber verhindern wohl die hohen Kosten eines solchen Projekts die ökologisch sinnvolle Nutzung des Erbes einer vergangenen Epoche.

Geschichte:

Der erste Abschnitt der Linha do Sabor zwischen Pocinho und Carviçais wurde 2011 in Betrieb genommen, Miranda do Douro wurde 1938 erreicht. Fünfzig Jahre später, im Jahre 1988, wurde die Strecke komplett stillgelegt. Das weitere Schicksal dieser Bahnlinie war geprägt von Diskussionen einer Reaktivierung als Minenbahn, obwohl ein Teil der Trasse bereits zur Ecopista umgebaut war. 2012 wurde erneut der komplette Ausbau zum Radweg diskutiert.

Die Stationen:

Torre de Moncorvo - Quinta de Agua - Larinho -Zimbro - Lamelas - Quinta Nova - Carvalhal - Felgar - Souto da Velha - Mós - Fonte do Prado - Carviçais

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Ecopista do Sabor zwischn Moncorvo und Larinho

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Die ehemalige Bahnlinie Linha do Sabor zweigte am Bahnhof Pocinho von der Linha do Douro ab. Zunächst musste der Fluss auf einem Eisenviadukt überquert werden. Die Bahnlinie nutzte die obere Ebene der doppelstöcken Brücke, darunter verlief die Straße. Bei unserer Fahrradtour im Jahre 1980 (rechtes Bild) konnten wir die heute gesperrte Brücke noch benutzen.

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 Damals standen vor dem Lokschuppen zahlreiche Dampfloks. Die Bahnlinie war in Betrieb und der Bau des Staudamms in vollem Gang.

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Seit 1988 ist die Strecke stillgelegt und seit 2006 ein Radweg. Noch gibt es keinen Anschluss von Pocinho nach Moncorvo auf der alten Trasse (12 km), deshalb startet man am besten am Bahnhof (Torre de) Moncorvo.

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Zwar kann man die ausgebaute Trasse talwärts noch knapp einen Kilometer befahren, dann endet aber der Ausbau an den Feldern. Dieser kurze Abschnitt ist ungepflegt, die Geländer sind verrottet und zusammengebrochen. Man erkennt aber noch die zurück gelassenen Gleise.

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Vom Bahnhof Moncorvo aus verlässt die Ecopista den Ort bergauf in nordöstlicher Richtung (Blick zurück). Ein alter Wasserkran, grau angestrichen, hat die Zeit überdauert.

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               Vorbei am Häuschen des Signalbeamten führt der Radweg am Ortsrand entlang. Moderne LED-Laternen wurden hier entlang der Strecke installiert. Die schematische Karte mit den wichtigsten Haltepunkten ist hier noch intakt, später an vielen Stellen zerstört.

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Beim Blick zurück auf den Ort erkennt man auch aus der Ferne die große Kirche, die das Ortsbild dominiert. An einem Rastplatz vorbei, schon hat man 2 km fast mühelos bergauf zurückgelegt.

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Die N 220 wird unterquert, hier lag der Haltepunkt Quinta de Agua. Am Rande der Trasse erkennt man die "Signatur" der Portugiesischen Eisenbahn. Die modernen LED-Straßenlaternen bilden einen Kontrast zu den alten Bäumen am Wegesrand.

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Am nächsten Rastplatz hat man einen weiten Blick über das Tal. Der Bahnhof von Larinho ist erreicht, er liegt 1,5 km außerhalb des Ortes am Rande eines Industriegebietes.
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Das restaurierte Gebäude scheint verlassen, wahrscheinlich gab es hier früher einmal eine Gaststätte. Ein etwas öder Abschnitt führt durch die Hochebene.

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 Der Radweg unterquert einen Abzweig von der N 220 in den Ort Larinho. Dann passiert man den Haltepunkt Zimbro.

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 Der Bewuchs nimmt zu, blühende Büsche begleiten die Strecke. Die Geländer haben die vielen Jahre seit dem Bau des Radwegs nicht heil überdauert.

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 Ein einsamer Landstrich beginnt.

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