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Murcia - Via Verde del Noroeste (79 km)

 

In der Region Murcia gibt es offiziell drei Vías Verdes, aber nur einer ist ausgebaut, die Via Verde del Noroeste. Zwei weitere Wege, Vía Verde del Campo de Cartagena und Vía Verde de Mazarrón gehören zu den unbearbeiteten Vías Verdes und sind für "normale" Fahrräder weniger geeignet.

Die Via Verde del Noroeste eröffnet dem Radler den Zugang zu einer kargen Landschaft im Südosten Spaniens, sie erhielt ihren Namen daher, weil sie durch das Gebiet nordwestlich von Murcia führt. Die Bezeichnung „Badlands“ für die von Erosion zerfurchte Landschaft mit ihren gipshaltigen Böden ist durchaus angemessen, hier wächst kaum eine größere Pflanze. Weiter westlich, wo die Böden künstlich bewässert werden, findet man dagegen eine intensive landwirtschaftliche Nutzung und Anbau von Obst und Weintrauben. Noch weiter hinauf ins Bergland durchquert der Weg ausgedehnte Pinienwälder.

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Murcia: Der Fisch im Río Segura
Stand 04/2016

 

Die Hauptstadt der gleichnamigen autonomen Region Murcia liegt am Río Segura und gehört zu den wärmsten und regenärmsten Regionen Spaniens. Durch die bereits von den Mauren eingeführte Bewässerung und den dadurch möglichen intensiven Anbau von Obst und Gemüse ist die Stadt zu einem lebhaften Wirtschaftszentrum aufgestiegen, und sie verfügt über eine aufstrebende Universität. Touristisch ist die Region eher weniger frequentiert, oft nur von Tagesgästen, die aus der Küstenregion um das Mar Menor zu Besuch kommen. Dort, an der großen Salzwasserlagune, liegt auch der internationale Flughafen Aeropuerto de Murcia-San Javier.
Als Besucher der Stad sollte man sich Zeit lassen, die Altstadt mit den historischen Gebäuden zu besuchen und und den riesigen Gummibaum an der Plaza Santo Domingo zu bewundern. Ein Erlebnis ist der Aufstieg auf den Glockenturm der Kathedrale (keine Treppen, sondern eine schiefe Ebene!). Der Blick von dort oben reicht über die Stadt und den Fluss, bis hin zu den Bergen, die die Bahnlinie nach Caravaca durchquert.

 

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Teatro de Romea (Murcia)

 

Via Verde del Noroeste (79,3 km)

 

Geschichte der Bahnstrecke:

Die ehemalige Bahnlinie zwischen Murcia und Caravaca de la Cruz wurde erst sehr spät (1931) und mit staatlichen Mitteln gebaut. Sie wurde von der staatlichen RENFE betrieben und nahm ihren Ursprung am Bahnhof Murcia Zaraiche, der als renoviertes Gebäude an der Plaza Circular zu finden ist. Wer die Straßenbahn benutzt, die die Universität mit dem Stadtzentrum verbindet, umrundet diesen Platz und passiert das schöne alte Gebäude, das in den 1920er Jahren im sogenannten Mudejar Stil erbaut wurde und das heute den Wasserwerken als Firmensitz dient. Wie so oft setzte der aufkommende Straßenverkehr der Bahnlinie eine Ende, die wegen des unrentablen Betriebes 1971 stillgelegt wurde. Die Gleise zwischen Caravaca und Alguazas wurden noch im gleichen Jahr abgebaut, danach verkehrten aber noch Güterzüge zwischen Alguazas und dem Stadteil Murcia-Espinardo. 1978 wurde der Zugverkehr entgültig eingestellt.

 

Der Radweg:

Nach der Fertigstellung des Abschnitts zwischen Murcia und
Baños de Mula beginnt der Radweg heute am Universitätsgelände Espinardo am nordwestlichen Stadrand. Die Zufahrt vom Zentrum aus ist sowohl teilweise auf Radwegen als auch mit der Straßenbahn (Tranvia) möglich, die Entfernung vom "Kreisverkehr" (Plaza Circular) beträgt ca. 7 km. (grobe Richtung: Avenida Juan Carlos I stadtauswärts).
Der Startpunkt der Vía Verde liegt in ca. 90 m Höhe über NN , die Länge der Strecke beträgt 79,3 km. Der tiefste Punkt in der Ebene des Río Segura liegt auf rund 60 m üNN, der Scheitelpunkt bei Bullas in 670 m Höhe. Somit ist auf dem knapp 80 km langen Weg ein Höhenunterschied von 610 m zu überwinden, allerdings ist die Steigung bahntrassentypisch nur gering, und nach Wegfall der Umfahrung bei Mula sind, außer der kurzen Umfahrung in Campos del Rio, keine langen und steilen Anstiege mehr zu befürchten (Höhenangaben nach GPS).
Der Radweg ist nicht durchgängig asphaltiert und einige Abschnitte benötigen dringend eine Nachbesserung der Fahrbahn (siehe Bildbeschreibung). Im großen und ganzen ist die Strecke für alle Fahrräder geeignet (außer sehr schmalen Rennradreifen), allerdings ist die Gesamtstrecke mit fast 80 km doch recht lang und der Fahrradtransport mit öffentlichen Verkehrsmitteln eingeschränkt.

Zwischen Caravaca und Murcia (Stadt) verkehrt ein Linienbus, der auch die Orte Cehegín und Bullas anfährt. Fahrradmitnahme ist offiziell ohne Verpackung nicht möglich, uns hat der freundliche Fahrer dennoch samt unserer Räder mitgenommen- die Fahrräder im Kofferraum: Cadena arriba! (Die Kette nach oben, wegen der Verschmutzung!)- Also bei Bedarf ruhig nachfragen.

Außer der enorm unterschiedlichen und abwechslungsreichen Landschaft hat der Radweg einiges an Bauwerken zu bieten. Wegen der schwierigen geographischen Bedingungen war zum Bau der Bahnstrecke ein enormer baulicher Aufwand erforderlich: 16 Brücken, 9 Viadukte, 6 Tunnel, 12 Bahnhöfe und 3 Haltepunkte (ohne Gewähr). Die meisten dieser Bauwerke sind erhalten und wurden in den Radweg einbezogen. Einige Bahnhöfe, hübsche Gebäude im Mudejar- Stil, wurden inzwischen renoviert und dienen als Unterkunft oder Gaststätte (siehe Bildbeschreibungen).

Die Bahnhöfe:

Murcia Zaraiche
-  Espinardo -  La Ribera de Molina -  Molina del Segura -  Alguazas -  Molina -  Los Rodeos -  Campos del Río -  Albudeite -  Baños de Mula -  Mula -  El Niño de Mula -  La Luz -  Bullas -  Cehegín -  Caravaca

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Bahnhof Los Rodeos

 

Hinweis: Auf dem kleinen Höhenprofil links oben einen Abschnitt mit der Maus markieren, dadurch wird dieser Abschnitt des Tracks auf der Karte angezeigt.

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Profil Gesamtstrecke Murcia - Caravaca

 Strecke mit Google Earth™ ansehen und Trackdownload (gpx):

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Anfahrt mit der Tranvía de Murcia zum Uni-Gelände Espinardo. Die Räder können (falls Platz vorhanden) in der Bahn mitgenommen werden (ohne Gewähr!). Hier beginnt der Radweg auf der Bahntrasse.

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Eine Infotafel steht am Startpunkt. Nach Baños de Mula sind es knapp 30 km (erster und neuester Abschnitt des Radwegs)

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Die Fahrbahn ist hier halbseitig asphaltiert. Durch tiefe Einschnitte geht die Fahrt, ca. 1,3 km noch leicht bergauf.

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Brücken überspannen die Fahrbahn im Stadtbereich. Nach der Kuppe am Stadtrand ein kleiner Rastplatz.

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Es geht hinab in die Ebene zum Fluss. Ein Signal der Eisenbahn ist erhalten geblieben.

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Steile Felswände, wie mit dem Messer abgeschnitten, begrenzen die Fahrbahn. Der erste Tunnel taucht auf.

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Ohne Beleuchtung, aber relativ kurz (201 m) und kerzengerade. Dann erreicht man den Bahnhof von La Ribera de Molina.

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Das Gebäude, im Mudejar Stil, wie die übrigen Bahnhöfe, ist eine Ruine. Im Lagerschuppen befindet sich eine Bar.

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Weiter zwischen Straße und Felshang entlang. Durch Torrealta geht es nach Molina de Segura, ein wenig attraktiver Abschnitt.

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Am Bahnwärterhäuschen in Molina de Segura überquert man die Straße. Der folgende Abschnitt führt vorbei an Hochhäusern und Industriebetrieben - landschaftlich nicht gerade ein Genuss.

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Auch direkt neben der vielbefahrenen Straße ist es nicht schöner, aber wenigstens gibt es einen Radweg. Im Bahnhof von Molina hat sich das Rote Kreuz eingerichtet.

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Weiter auf der Trasse nun abseits der Hauptstraße geht es Richtung Río Segura. "Möge die Neugier (Wissbegierde) größer sein als die Angst", steht (auf spanisch) an der Mauer - also weiter geht`s!

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Die Neugier hat sich gelohnt, es folgt eine schöne Metallbrücke über den Fluss Segura. Zu dieser Jahreszeit nur wenig Wasser - aber im Dezember 2016 gab es in der Region Murcia schwere Überschwemmungen.

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In Alguazas mündet die ehemalige Bahnstrecke in die aktive Strecke ein. Hier muss ein Teilstück umgangen werden. Der Weg über den Eisensteg ist beschildert.

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Bahnhof Alguazas Molina.

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Am westlichen Ortsrand von Alguazas trifft man wieder auf den Bahndamm. Der folgende Wegabschnit ist in schlechtem Zustand (4,5 km)

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Die Badlands mit ihrem hellen Boden aus Sand und Gips kündigen sich an. Erst am folgenden Rastplatz etwa bei Kilometer 17 ist die Strecke wieder in gutem Zustand.

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Die Badlands, bizarre Landschaftsformen geprägt von Erosion und spärlicher Vegetation, haben ihren eigenen Reiz.

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