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Kastilien und León (Castilla y León)

Eine der flächenmäßig größten Regionen Spaniens ist die autonome Gemeinschaft von Kastilien und Leon (Castillia y León). Mit ihren historischen Landschaften von León und Altkastilien leben in dieser Gemeinschaft auf einer Fläche von 94.000 Quadratkilometern nur etwa 2,5 Milionnen Menschen (entspr. 26 EW/qkm, Deutschland 91 EW/qkm). Die Hauptstadt ist die alte Metropole Valladollid (320.000 Einwohner). Hier starb 1506 Christoph Columbus.

Der Bahntrassenradweg der Sierra de la Demanda liegt im Einzugsbereich (20 km) der alten Stadt Burgos (180.000 Einwohner) am Jakobsweg. Das Gebirge, das sich bis über 2200 m über den Meerespiegel erhebt, trennt die Provinzen der Rioja von Kastilien-Leon. Die einsame Berglandschaft hat ihren eigenen Reiz, schon der Ausgangspunkt des Radwegs liegt in knapp 1000 m über dem Meeresspiegel. Entsprechend groß sind die Entfernungen, die zwischen den einzelnen Versorgungspunkten entlang des Radwegs liegen. Ausreichend Verpflegung und angemessene Bekleidung und Ausrüstung sind Pflicht!

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Im Bereich der alten Bahntrasse, im sogenannten "Eisenbahngraben" bei Villafria in der Sierra de Atapuerca, liegen die Ausgrabungsstätten, die Anfang der 1990er Jahre den so genannten Homo Antecessor zu Tage brachten. Diese Spezies von Urzeitmenschen, die vor rund 650.000 Jahren in dieser Region lebten, gehört zu den frühesten Bewohnern Europas

Die Bahnlinie von Santander zum Mittelmeer (Ferrocarril Santander-Mediterráneo) ist legendär: Quer durch das ganze Land sollte die Strecke führen, doch die Fertigstellung stagnierte nur kurz vor dem Ziel. Die Überquerung - oder besser Unterquerung - der Kantabrischen Kordilliere wurde der Strecke zum Verhängnis. Die endgültige Verbindung zum Atlantik blieb unvollendet. Der Tunel de la Engaña, ehemals der längste Tunnel Spaniens und noch mit einfachen Mitteln gegraben, war ein wahrhaft pharaonisches Werk: 6976 m lang ist diese Röhre, die heute durch mehrere Einstürze und Überschwemmung unpassierbar geworden ist.
Heute (Stand 2018) sind bereits 5 Teilstücke dieser alten Bahnstrecke zu Vías Verdes umgebaut.

 

 

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1. Via Verde de la Sierra de la Demanda (52 km)

Das Kapital dieser Via Verde ist die einzigartige Berglandschaft in einer dünn besiedelten Region Spaniens, deren Gipfel über 2200 m in den Himmel ragen. Der Radweg führt am Stausee des Río Arlanzón vorbei. Bis auf einige kurze Umfahrungen überwindet man (fast) mühelos einen Höhenunterschied von fast 370 Höhenmetern. Drei Tunnel hatte diese alte Minenbahnstrecke zu bieten, davon ist heute nur noch der Tunnel von Barbadillo befahrbar. Da der Tunnel von Manquillo nicht befahrbar ist, muss man am Scheitelpunkt der Strecke über die Passhöhe (1400 m) fahren, die Strecke ist ausgeschildert. Neu ist eine lange Fahrradbrücke über den Rio Valdorcas, die wegen eines Erdrutsches im Jahr 2012 gebaut wurde.

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2. Via Verde del Ferrocarril Santander-Mediterráneo (bisher 201 km befahrbar) 

Im Spätsommer 2018 waren bereits 5 Teilstücke der 365,76 km langen, stillgelegten Strecke befahrbar. Ein weiteres Teilstück von 38 km soll bis 2020 folgen. So stehen dem Radler jetzt bereits 201 km auf der ehemaligen Bahntrasse zur Verfügung

1. Vía Verde del Pas, 34 km

Der nördliche Abschnitt in Kantabrien: Von El Astillero in der Bucht von Santander nach Ontaneda am Fuße der Passhöhe (N-623). Dort endete diese ehemals schmalspurige Strecke, der Ausbau zum Tunnel von Engaña wurde nie vollendet. Eine Verbindung zum Abschnitt jenseits der Kantabrischen Kordillere besteht nicht, der Tunnel von Engaña ist nicht passierbar.

2. Vía Verde del FC. Santander-Mediterráneo - Tramo de la Engaña 6,8 km
Vom Südportal des Tunnels von  Engaña zum Viadukt von Santelices. Ob und wann der weitere Ausbau der Strecke Richtung Burgos beginnt, ist nicht bekannt. Es fehlen ca. 58 km nach Castellanos de Bureba.

3. Vía Verde del FC. Santander-Mediterráneo - Tramo Burgos - La Bureba  43,7 km  (+ 9 km nach Burgos auf der Straße abseits der Trasse)
NEU 2018
Ausbauanfang bei Castellanos de Bureba über Poza de la Sal und Peñahorada zum Ausbauende  9 km vor Burgos (südlich von Quintanilla Vivar)

4. Vía Verde del FC. Santander-Mediterráneo - Tramo Burgos - Cojobar   50 km
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Von Burgos (Antigua Estación del Norte)  über Cojobar und Campolara nach Cascajares de la Sierra an der Kreuzung mit der N234

Der Ausbau endete 2018 vorerst am ehemaligen Bhf. Cascajares-Hortigüela an der Nationalstraße. Es fehlen noch 38 km zum Anschluss in Hontoria del Pinar, die bis 2020 ausgebaut werden sollen. Bis dahin muss man Richtung Soria die risikoreiche Nationalstraße benutzen (Seitenstreifen).

5. Vía Verde del FC. Santander-Mediterráneo - Tramo Soria -Hontoria del Pinar  66,8 km
Seite im Aufbau
Von Hontoria del Pinar/ Prov. Burgos über  San Leonardo de Yagüe und Abejar nach Soria

Start-/Endpunkt in Soria aus räumlich nahe dem Bahnhof, Zufahrt durch das Neubaugebiet, schwer zu finden. Keine Beschilderung in der Stadt! (2018)

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3. Via Verde Valle del Eresma (48 km)

Einer der langen Radwege der Region ist nun ab Segovia befahrbar. Die Strecke beginnt in 1000 m Meereshöhe am Rande der Stadt und führ Richtung Nordwesten in die Ebene in den kleinen Ort Nava de la Asunción (700 m üNN). Ein weiterer Ausbau  ist geplant. Zwei Tunnel liegen im ersten Abschnitt dieser Via Verde, die sich am Lauf des Río Ersma orientiert. Anfangs ist die Strecke noch vom Bergland geprägt, danach bestimmen riesige Getreideanbauflächen und zuletzt Pinienwälder das Landschaftsbild.
Die dünn besiedelte Landschaft durch die Flussauen abseits des Verkehrs der heutigen Zeit ist das Kapital dieses relativ neuen Radwegs. Die längst stillgelegten Bahnstrecke zwischen Segovia und
Medina del Campo, auf der einst die Züge mit beschaulicher Gewindigkeit zwischen den Ortschaften verkehrten, wird heute von der Trasse der Hochgeschwindigkeitszüge (AVE) überquert, die mit 300 Stundenkilomern Madrid mit Valladolid verbinden.

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4. Via Verde de la Plata (26 km)

Die alte Römerstraße Via de la Plata, deren Verlauf die stillgelegte Bahnlinie zwischen Sevilla - Merida - Salamanca und Astorga folgt, wurde in ihrem Abschnitt zwischen Salamanca und Alba de Tormes zum Radweg ausgebaut. Vom Fluss hinauf, in die Höhen der Weiden und Eichenhaine der Dehesa Charra auf über 900 m üNN,  fährt man durch ein dünn besiedeltes, landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Ohne bemerkenswerte Steigung immer auf der alten Trasse geht es dann hinab, wieder zum Río Tormes, der den Bergrücken in einer großen Schleife umgeht. Die Höhen bei Salamanca waren die einst Schauplatz einer blutigen Schlacht (1812, Schlacht bei Salamanca, Los Arapiles), ein Denkmal auf dem Tafelberg Arapil Grande erinnert an diese Zeit.
Der Radweg auf der Bahntrasse endet an den Ruinen des Bahnhofs Alba de Tormes, 3 km außerhalb des Ortes. Vom Bergfried der ehemaligen Burg der Herzöge von Alba hat man einen weiten Ausblick über den Fluss und die Region.
Im Kloster Convento de la Anunciación befindet sich das Grab der Hl. Teresa von Ávila.

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