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Ilm-Rennsteig-Radweg (18 km)

Von Ilmenau nach Großbreitenbach am Rande des Thüringer Waldes  (18 km) "Ilm-Rennsteig-Radweg"

In der bergigen Landschaft zwischen Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge ermöglicht der Ausbau der ehemaligen Nebenbahntrasse den einfachen Zugang zur großartigen Mittelgebirgslandschaft dieser Region. Mit nur etwa 3,3 % Steigung fährt man auf der asphaltierten Fahrradstraße zunächst noch im Tal der Ilm, dann aber durch die Wälder hinauf zum Pass "Hohe Tanne" (701 m üNN) und nach Großbreitenbach (630 m üNN). Für die konditionsstarken Radler bietet sich die Weiterfahrt nach Neustadt zum Rennsteig-Radweg an, die Genussradler bevorzugen die Rückfahrt auf der Trasse mit herrlichen Ausblicken hinab ins Tal.

Von Ilmenau (oder Langewiesen) aus hat man Anschluss an den Ilmtal-Radweg, der in den letzten Jahren weiter ausgebaut und verbessert wurde. Der unteren Abschnitt nach Weimar und Apolda bis zur Mündung in die Saale ist landschaftlich reizvoll und ohne große Schwierigkeiten für jeden Radler zu bewältigen ist. Von Ilmenau flussaufwärts zu den Quellbächen der Ilm, können die geübten Radler die Berge des Thüringer Waldes erreichen oder dem Bahnhof Rennsteig einen Besuch abstatten. Von dort aus führt außerdem ein nur knapp 5 km kurzer Bahntrassenradweg nach Frauenwald.


Steckbrief:

Start: aktiver Bahnhof Ilmenau (Anschluss nach Arnstadt und Erfurt)
Ziel
: Großbreitenbach
Länge
: 18,1 km (davon ca. 15,5 km auf der ehemaligen Bahntrasse)

Charakteristik/Eignung: Breite Fahrradstraße, durchgängig asphaltiert. Zunächst flaches Profil (ca. 8,5 km) dann geringe, langezogene Steigung (durchschnittlich. 3,3%) von Gehren bis "Hohe Tanne" (7,5 km), flaches Gefälle bis Großbreitenbach. Kurze Umfahrung (1,1 km) in Gehren, weitgehend verkehrsfrei und ohne Pfostensperren, familiengeeignet.
Höhenprofil
: Flaches Profil, Startpunkt 490 m ü NN, Scheitelpunkt 687 m üNN, Endpunkt ausgebaute Trasse 653 m üNN
Wegweisung
: Eigenes Logo "Ilm-Rennsteig-Radweg" (im Sommer 2014 noch nicht installiert), normgerechte Wegweiser.
Anschlussradwege:
Ilmtal-Radweg (Allzunah - Ilmenau - Weimar - Großheringen), Von Allzunah aus auf den Bahntrassenradweg Frauenwald - Bahnhof Rennsteig. Rennsteig-Radweg (Einstieg: Neustadt) Hörschel - Blankenstein, 201 km Länge.
Anreise - Bahnhof:
Ilmenau

Einkehr (u.a.): In den Ortschaften. Direkt am Radweg z.B.
: Gasthof "Zum Langen Berg" (Möhrenbach)

Bahnrelikte: Die ehemaligen Bahnhöfe (Bhf Gehren: abgerissen 2012)
Besonderheiten: Höhenlage. Das Kapital dieses Radwegs ist die großartige Landschaft am Rand des Thüringer Waldes mit weiten Ausblicken ins Ilmtal
Sehenswürdigkeiten: Stadt Ilmenau, Stadt Gehren (Schlossruine, Ortsbild, Schieferhäuser)

 

Ilm-Rennsteig-Radweg mit Google™-Earth ansehen und Trackdownload:

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anklicken, Google-Earth muss installiert sein
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Stationen:

Ilmenau - Grenzhammer - Langewiesen -  Gehren - Möhrenbach - Neustadt/Gillersdorf - Großbreitenbach

Die Strecke:

Die Fahrt von Ilmenau nach Großbreitenbach ist ein Ausflug für die Schönwetterzeit, denn der Radweg beginnt bereits in knapp 500 Metern über dem Meeresspiegel. Ansonsten sollte die Radlerausrüstung entsprechend angepasst sein, denn wenn in Ilmenau der Himmel noch blau ist, kann es unterwegs durch die Berge ganz schnell auch einmal regnerisch und kalt werden. Die Anreise ist mit dem Zug möglich, aber schöner erscheint mir die Anfahrt auf dem Ilmtal-Radweg, z.B. von Weimar aus.
Die "Goethe- und Universitätsstadt" blickt auf eine lange Geschichte zurück, und man sollte Zeit für einen Besuch einplanen.

Am restaurierten Bahnhof beginnt unsere Strecke und führt zunächst an der Eishalle vorbei. Nach Überquerung der B 88 folgt man der alten Bahntrasse durch den Grüngürtel, überquert auf einer neuen Brücke  (neben der alten Bahnbrücke) die Ilm und erreicht mit einem Schlenker den breiten Radweg auf der alten Bahntrasse. Bereits vor der Brücke zweigt der Ilmtal-Radweg hinauf nach Allzunah ab (Quellgebiet der Ilm).

Nun rollt man auf feinstem Asphalt durch den Grüngürtel entlang der Ilm, noch innerhalb des Stadtgebietes. Vorsicht ist an der nächsten Straßenüberquerung geboten. Etwa bei Kilometer 2 (vom Bhf. aus) passiert man den ehemaligen Haltepunkt "Grenzhammer", die Bahnsteigkante und das Gebäude sind gut erhalten. Hier haben die sportlichen Radler noch einmal die Chance, auf den Ilmtal-Radweg nach Allzunah abzubiegen (beschildert). Die Straßenkreuzung "Am Fridolin" ist barrierefrei, wie auch die folgende Kreuzung mit der "Oberweg" (Vorsicht!).
Der stattliche Bahnhof Langewiesen bietet einen traurigen und verlassenen Anblick, noch prangt das BD Logo der Deutschen Bahn über dem Eingang. Am Hang entlang oberhalb des Ilmtales verläuft die Strecke, immer auf der breiten Trasse. Die Kreuzung mit der B 88 am Ortsausgang fordert erhöhte Aufmerksamkeit. Die neue Ilmtalbrücke der ICE-Strecke kommt in Sichtweite, das mächtige Bauwerk überspannt mit 1,68 km  das Tal und lässt die alte Bahntrasse, den heutigen Radweg, tief unter sich. Eine Unterführung bringt uns auf die andere Seite der Umgehungsstraße B 88N. "Nächster Halt" ist die Stadt Gehren, die gleich über zwei Bahnhöfe verfügte - einer davon wurde 2012 abgerissen.
In Gehren machte die Bahnstrecke eine große Schleife. Der Radweg umgeht diesen Abschnitt und führt (bisher?) mit einer nicht optimalen Streckenführung durch den Ort. Am südlichen Ortsende geht es wieder auf die Trasse. Ein merklicher Anstieg ist zu verspüren und die Berge rücken näher heran. Auf den nächsten 3 Kilometern sind knapp 100 Höhenmeter zu schaffen - nicht wirklich steil! Herrliche Ausblicke ins Tal sind die Belohnung. Man erreicht den alten Haltepunkt Möhrenbach, hoch oberhalb des Ortes und direkt gegenüber des Gasthofes und Hotels "Zum Langenberg".
Weiter aufwärts durch den Wald führt die Strecke und erreicht den erst 2013 fertiggestellten letzten Abschnitt. Kurz vor der Einfahrt zum Bahnhof Neustadt-Gillersdorf überspannt eine Straßenbrücke (L1047) den Radweg, der Scheitelpunkt am Pass "Hohe Tanne" ist erreicht. Der alte Bahnhof in knapp 700 m Höhe üNN auf dem breiten Bahnhofsgelände wurde schön renoviert und dient als Wohnhaus.
 
Es folgt nochmals eine kurze Umfahrung von knapp einem Kilometer, dann geht es nochmal auf die ausgebaute Trasse. Leicht abwärts rollt man durch den Wald Richtung Großbreitenbach. Die S-förmige Schleife der Strecke endet am Ortseingang, knapp 500 m der alten Bahnstrecke fehlen noch bis zum Endbahnhof in Großbreitenbach. Das Bahnhofsgebäude ist ebenfalls renoviert und dient als Gasthof.

Noch etwas die Bergluft genießen, dann kann sich der Bahntrassenradler auf eine genüssliche Abfahrt zurück ins Tal freuen -  wenn er nicht zum Rennsteig-Radwanderweg nach Neustadt weiter fahren will. Der Abzweig ist am Bahnhof Neustadt-Gillersdorf beschildert (ca. 4 km).

 

Höhenprofil:

[Profil-lmenau.png]

Das Höhenprofil des Radwegs von Ilmenau nach Großbreitenbach

Von der Eisenbahn zum Radweg - Die Geschichte der Bahnstrecke Ilmenau - Großbreitenbach

Die Bahnstrecke Ilmenau - Großbreitenbach wurde in zwei Abschnitten eröffnet, der erste Abschnitt zwischen Ilmenau und Gehren im Jahr 1881, der zweite nach Großbreitenbach im Jahr 1883. Da die Strecke mehrere Staatsgebiete betraf (Thüringen wurde ja erst 1920 zu einem Land zusammengeschlossen), nahmen die vertraglichen Voraussetzungen einige Zeit in Anspruch.

Bereits 1884 kam die gesamte Strecke in Privatbesitz (Herrmann Bachstein) und florierte bis zu Beginn des 1. Weltkriegs. Danach begann der wirtschaftliche Niedergang. Der aufkommenden Tourismus in den 1930er Jahren bremste die wirtschaftlichen Probleme der Bahnlinie zunächst ab.

Nach Einstellung des Verkehrs 1945, ging die Bahnstrecke 1946 wieder in Betrieb. 1948 wurde die Strecke verstaatlicht, 1949 übernahm die Deutsche Reichsbahn die Bahnlinie. In den folgenden Jahren erlebte die Bahnstrecke noch einmal einen starken wirtschaftlichen Aufschwung, aber bereits 1971 war eine Stilllegung geplant, die jedoch nicht vollzogen wurde.

Nach dem Ende der DDR begann der endgültige Niedergang der Strecke, zumal der bauliche Zustand der Gleisanlagen sich dramatisch verschlechtert hatte. Nach zeitweiligen Einstellungen des Verkehrs  zwischen 1994 und 1997 wurde die Bahnlinie Ende September 1998 endgültig stillgelegt.

Der Radwegebau begann 2011 in mehreren Abschnitten, die offizielle Übergabe des fertigen Gesamtweges fand am 25.10.2013 statt.

Quelle und weitere Infos zur Geschichte: Wikipedia

 



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