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Finnebahn-Radweg: Kölleda - Lossa (20,3 km)

Allgemeines zum Radweg:

Etwa 40 Km nordöstlich der Landeshauptstadt Erfurt, am Rande des Thüringer Beckens, liegt die kleine Stadt Kölleda (Thüringen), die auch heute noch mit der "Pfefferminzbahn" erreicht werden kann. Von hier aus führt eine stillgegelgte Bahnlinie über den Bergrücken der "Finne"  nach Laucha an der Unstrut (Sachsen-Anhalt). Der Bergrücken der "Finne", bildet zusammen mit der "Schmücke" und der "Hohen Schrecke" den nordöstlichen Rand des Thüringer Beckens. Die höchsten Erhebungen erreichen eine Höhe bis etwa 350 m ü. NN ., Teile der "Finne" sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Bisher sind knapp 20 km der einst 38,8 km langen Bahnstrecke auf thüringer Seite als Radweg ausgebaut. Noch wartet der zweite Abschnitt in Sachsen-Anhalt auf seine zukünftige Bestimmung (Stand 2015).

Die Bahnstrecke zwischen Kölleda und Lossa wurde bereits 1947 abgebaut und als Reparationsleistung in die Sowjetunion verbracht. Der Abschnitt Lossa - Laucha blieb zunächst bestehen und wurde endgültig erst Mitte der 1990er Jahre stillgelegt, auch, weil ein Teilabschnitt von der Sowjetarmee für militärische Zwecke genutzt wurde. Etwa dort, wo heute die ICE-Neubaustrecke Erfurt - Halle/Leipzig die alte Bahnstrecke kreuzt, liegen die beiden großen Viadukte, die heute als "Technisches Denkmal" versteckt im Gehölz auf ihre Wiederentdeckung warten: Die Schnecktalbrücke (135 m Länge, 26,4 m Höhe) und die 12-Apostelbrücke (82 m Länge, 18 m Höhe). Der Ausbau dieses Abschnitts zum Radweg unter Einbeziehung der mächtigen Bauwerke wäre vor allem auch wegen des großen Höhenunterschieds sinnvoll: Die Bahnstrecke musste knapp 190 Höhenmeter auf etwa 19,5 km bewältigen.

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Der etwa 20 km lange ausgebaute Radweg ist meist asphaltiert, nur die ersten 2,7 km auf der Trasse von Kölleda nach Battgendorf sind "naturbelassen" (verfestigter Splitt/Sand). Dieser Abschnitt kann auch auf der Straße umfahren werden (Wegweiser).

Das Profil des Radwegs, der überwiegend auf der alten Bahnstrecke verläuft (ca. 12 km), ist bahntrassentypisch flach und somit für alle Radler zu befahren. Autoverkehr gibt es nur an den Straßenkreuzungen. Die ausgebaute Strecke endet abrupt an der Grenze nach Sachsen-Anhalt, die Bahnstrecke ist ab dort zugewachsen. Nur über einenholprigen Pfad erreicht man die Straße in den Ort Lossa und zum alten Bahnhof, der verlassen am südöstlichen Ortsrand liegt. Das große Gebäude hat schon bessere Zeiten gesehen, die Fenster sind teils zerbrochen und der Putz blättert ab. Hier wünschte man sich eine Gaststätte und einen Biergarten!

Weiterfahrt: Nun steht die Rückfahrt auf der gleichen Strecke bevor, oder die Weiterfahrt entlang der alten Bahnlinie Richtung Laucha auf der Bundesstraße (176). Es geht "langfristig" bergab, aber wie das Höhenprofil zeigt, sind auch einige "Buckel" zu überwinden, bevor man die Täler von Unstrut und Saale erreicht. Die Straße folgt der alten Bahntrasse, und so kann man etwa 2 km vor Bad Bibra auf einem kurzen Stück Waldweg die beiden denkmalgeschützten Viadukte erreichen. Von Lossa nach Laucha sind es rund 22 km, den Bahnhof in Naumburg/Saale und den Anschluss zur Pfefferminzbahn zurück nach Kölleda (über Großheringen, einmal umsteigen) erreicht man mit dem Fahrrad nach nochmals 16,5 km - ...oder man fährt gleich entlang der Saale zum Bahnhof Großheringen (plus 15 km). Insgesamt beträgt die Strecke Lossa - Großheringen 52 km.

Es wird klar, dass die Investitionen, die bisher in den Radweg geflossen sind, nur dann wirklich sinnvoll angelegt sind, wenn ein Weiterbau und der Anschluss an die Radwege an Unstrut und Saale erfolgt.

Die Bahnhöfe entlang des Radwegs waren:

Kölleda – Battgendorf – Großmonra – Ostramondra – Bachra – Rothenberga – Lossa

 

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Übersichtskarte

Hinweis: Auf dem kleinen Höhenprofil links oben einen Abschnitt mit der Maus markieren, dadurch wird dieser Abschnitt des Tracks auf der Karte angezeigt.

Höhenprofil (anklicken)

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Am Bahnhof in Kölleda beginnt die Fahrt auf der ehemaligen Bahntrasse nach Lossa. Das alte Bahnhofsgebäude wird renoviert, der aktuelle Bahnsteig der "Pfefferminzbahn" (Bahnstrecke Straußfurt–Großheringen) wurde verlegt und liegt nun 400 m weiter östlich.

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Doch bevor es los geht, lohnt sich ein Blick in den Stadtkern von Kölleda mit dem prächtigen Rathaus mitten auf dem Marktplatz. Kölleda war ein Zentrum des Kräuteranbaus (daher der Name "Pfefferminzbahn").

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Am Backleber Thor findet man die ersten Wegweiser mit dem Einschub-Logo der Finnebahn. Diese Wegführung (asphaltiert) umgeht den ersten Abschnitt auf dem Bahndamm, wir starten also am Bahnhof.

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Vorbei am neuen Haltepunkt Kölleda erreicht man die Weimarische Straße am südlichen Ortsende. Auf der anderen Seite beginnt der Fahrweg auf der Trasse.

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Der Blick streift weit über die Felder, am Horizont erscheint der Bergrücken der Finne. An Kreuzung mit der B176 endet der Asphalt.

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Die Strecke, wie eine Allee, ist dennoch gut zu befahren (außer bei Regen). Bei Battgendorf trifft man wieder auf den beschilderten Radweg.

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Auf der Straße umgeht man einen kurzen Einschnitt, dann tauchen die alten Kilometersteine am Rande der Fahrbahn  auf.

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Eine lange Gerade führt auf Großmonra und die Berge zu. Die Bahntrasse ist in diesem Bereich nicht mehr eindeutig zu erkennen, aber dieser Feldweg war wohl einmal die Trasse.

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Nach den Lagerhallen links halten, dann erreicht man den Bahnhof von Großmonra. Das Bahnhofgebäude dient als Wohnhaus.

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Gleich darauf, an der Hauptstraße, links halten, dann rechts auf den asphaltierten Weg abbiegen.  Der Bahndamm macht einen großen Bogen um den Ort herum und gewinnt an Höhe.

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Dann ist wieder Schluss mit dem Asphalt. Noch einmal ein kurzes Stück links an der Bahntrasse entlang. und mit einem Schlenker nach rechts erreicht man den Neuausbau des Finnebahnradwegs (kleine Wegweiser).

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Vorbei an einem kleinen Rastplatz mit Ruhebänken, aber ohne Schutzhütte, dann beginnt die Fahrt bergab auf dem asphaltierten Bahndamm durch die weite Landschaft.

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