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Vía Verde del Aceite (Jaén - Puente Genil) 119 + 6 km

 

  letzte Befahrung: April 2016

 Allgemeines zur Strecke:

Der Olivenöl-Radweg enstand auf der Bahnstrecke von Jaén nach Campo Real, die abschnittsweise in den Jahren 1891-1893 fertiggestellt wurde. Im Volksmund hieß die Strecke "El Tren del Aceite" (Die Olivenölbahn), da in den Zügen hauptsächlich Olivenöl aus den Anbaugebieten von Jaén, Cordoba und Sevilla zu den Häfen von Cádiz und Málaga transportiert wurde. Die Bahnlinie war bis 1985 in Betrieb.

Der “Olivenöl- Radweg”  Via Verde del Aceite gehört zu den langen Bahntrassenradwegen in Spanien. Fasst man die drei Abschnitte ("V.V. Aceite I", "V.V. Subbetica" und "Camino Natural V.V.Aceite), zusammen, so ergibt sich eine Gesamtlänge der ehemaligen "Olivenölbahn" von Jaén bis zur Einmündung in die Hauptstrecke beim Bahnhof Campo Real  (ca. 6 km vor Puente Genil)  von 119 Kilometern.

Die Wegweisung ist nicht einheitlich, verfahren kann man sich dennoch kaum, da der gesamte Radweg bis auf einige kurze, vom Schnellstraßenbau zerstörte Abschnitte auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft. Der Fahrbahnbelag besteht aus Asphalt, ist aber allerdings von sehr unterschiedlicher Qualität, und manche Abschnitte sind vom Zahn der Zeit und den Wetterbedingungen gekennzeichnet. Mit einem normalen Fahrrad lassen sich alle Abschnitte bewältigen, es ist prinzipiell aber immer mit Schlaglöchern und Schäden an der Fahrbahn zu rechnen. Die eingelassenen Pfostensperren sind durch Warnschilder angekündigt, dennoch stellen diese Hindernisse eine Gefährdung für die Radler dar. Offiziell ist die erlaubte Geschwindigkeit wohl auch deshalb auf 10 kmh begrenzt, Fußgänger haben Vorrecht. (Tatsächlich hält sich kaum jemand an diese Norm). Es gibt nur drei Tunnel, eine vernünftige Beleuchtung am Fahrrad sollte dennoch selbstverständlich sein.

Unterschiedlich ist auch die Landschaft in den drei Abschnitten, die der Radweg durchquert: Der erste Abschnitt von 55 km Länge gehört zur Provinz Jaén. Er reicht von der Stadtgrenze (510 m üNN) bis an den Rio Guadajoz, der die Grenze zur Provinz Cordoba bildet. Es geht zunächst stetig leicht bergauf. Die Landschaft ist geprägt unzähligen Olivenbäumen, die bis an den Horizont der hügeligen Landschaft reichen. Nach etwa 22 km und 140 Höhenmetern, bei der Stadt Martos (ca. 25.000 Einwohner), ist die erste Kuppe erreicht (654 m üNN), und es geht hinab zum Fluss Guadajoz (384 m üNN). Hier überquert der Radweg die Provinzgrenze nach Cordoba auf einem der riesigen Eisenviadukte, die von der französischen Schmiede Daydé y Pillé errichtet wurden.
Die riesigen Metallbrücken sind kennzeichnend für den Olivenölradweg. Neun von 13 dieser Viadukte sind allein im ersten Abschnitt der Via Verde in den Radweg eingebunden, dazu gibt es auf der Gesamtstrecke 3 Tunnel und 6 "Fußgängerbrücken" (sog. Pasarelas).
Von Jaén aus, in etwa
500 m Höhe gelegen, geht es zunächst etwa 10 km aufwärts nach Torredelcampo (620 m üNN) und Torredonjimeno (620 üNN) bis zum Scheitelpunkt bei Martos (650 üNN). Dort beginnt der kontinuierliche Abstieg über rund 30 km zum Rio Guadajoz (400 müber NN). Der Radweg setzt sich von der Provinzgrenze aus lückenlos fort (V.V. Aceite II oder V.V. Subbetica).

Der zweite Abschnitt der Via Verde del Aceite von 64 km Länge durchquert die Berglandschaft der Sierra Subbética (Nationalpark).  Zwar dominieren auch hier die Olivenbäume, aber die Landschaft wird schroffer und felsiger und die Berge rücken näher heran. Wer hier abseits der Bahntrasse radeln will, muss mit kräftigen Steigungen und mit nicht asphaltierten Wegen rechnen. Die alte Bahnstrecke führt durch tiefe Einschnitte und grandiose Ausblicke über die andalusische Landschaft werden frei. Bei Doña Mencía (ca. Kilometer 74) wird die zweite Kuppe (614 m ü.NN) erreicht. Dann geht es hinab in die Ebene nach Lucena (460 m üNN). Nun beginnt eine flache Hügellandschaft, geprägt durch landwirtschaftliche Nutzung. Etwa 4 km nach dem Ort Navas del Sepillar beginnt der 3. und neueste Abschnitt der Vía Verde, ab hier als "Camino Natural" bezeichnet und ausgeschildert. Nur noch 8 neu ausgebaute Kilometer trennen den Radler vom Ende der Bahntrasse bei den Ruinen des Bahnhofs von Campo Real. Auf Nebenstraßen erreicht man nach weiteren 6 Kilometern (Wegweiser für die Radler) die Stadt Puente Genil im Tal des Río Genil, einem Nebenfluss des Río Guadalquivir.

Anmerkung: Ein weiterer Bahntrassenradweg verbindet die Vía Verde del Aceite vom alten Bahnhof Luque aus mit der ca. 8 km entfernten, sehenswerten Stadt Baena. Diese Stichstrecke wird als Via Verde Guadajoz Subbética bezeichnet.

Streckenverlauf der Vía Verde del Aceite (gesamt):

Jaén - Torredelcampo - Torredonjimeno - Martos - Vado - Alcaudete - Rio Guadajoz - Luque - Zuheros - Doña Mencía - Cabra - Lucena - Navas del Sepillar - Campo Real - (Puente Genil)

 Übersichtskarte und Höhenprofil der Via Verde del Aceite (Gesamtstrecke)


Hinweis: Auf dem kleinen Höhenprofil links oben einen Abschnitt mit der Maus markieren, dadurch wird dieser Abschnitt des Tracks auf der Karte angezeigt.

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Die großen Metallviadukte sind die Wahrzeichen der Vía Verde del Aceite

Der Startpunkt der Via Verde in Jaén liegt am Westende des SportplatzesComplejo Deportivo Las Fuentezuelas”. Man folgt der Straße Carretera Córdoba-Valencia (Umgehungsstraße = Circunvalación) in westlicher Richtung stadtauswärts und biegt noch vor der Autobahn A-316 nach rechts in die Avenida de los Aparejadores ("Baumeisterstraße") ab. Nach einem Kilometer durch das Neubaugebiet erreicht man den Startpunkt. GPS Wegpunkt: N37.785337°  W3.811963° In diesem Bereich findet man auch Parkmöglichkeiten für das Auto.

Vom aktiven Bahnhof Jaén aus folgt man der aktiven Bahnstrecke in westlicher Richtung bis zum Sportgelände/Schwimmbad (Avenida de Barcelona u.a.). Dort trifft man auf den grünen Radweg bis zum Startpunkt. Entfernung vom Bhf. ca. 2 km.

 Strecke mit Google Earth™ ansehen und Trackdownload (gpx):

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Jaén im Tal des Río Guadalquivir (ca.115.000 Einwohner, 570 m üNN), Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, ist eher weniger von Touristen frequentiert. Hoch über der Stadt liegt die mächtige Burg "Castillo de Santa Catalina" (780 m üNN). Ein Teil der Gebäude wird als Hotel (Parador) genutzt, der andere Teil mit den Burgmauern kann besichtigt werden. Von dort aus hat man einen grandiosen Blick über die Stadt und auf die Berglandschaft der Sierra de la Pandera.

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Blick über die Burg von Jaén. Mitten in Häusergewimmel der Altstadt erhebt sich die gewaltige Kathedrale (16.-18. Jh).

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Hohe Berge begrenzen das breite Flusstal Richtung Süden (La Pandera, 1872 m, Jabalcuz, 1640 m).

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Die Vía Verde beginnt im unteren, westlichen Teil der Stadt nahe der aktiven Eisenbahnlinie westlich des Sportgeländes Las Fuentezuelas. Ein grüner Weg, schon etwas mitgenommen, führt an der Bahn entlang zum Startpunkt.

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Der Weg wurde 2010 mit EU-Hilfe überarbeitet. Kilometerangaben befinden sich auf grünen Schildern am Wegrand, es gibt reichlich Pfostensperren. Die Infotafel am Startpunkt war im Frühjahr 2016 beschmiert und kaum leserlich.

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Zur Erinnerung an die Bahnstrecke steht am Startpunkt ein alter Waggon, mit Graffiti "verschönert".

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Es geht leicht aufwärts durch die Olivenplantagen. Hier ist der Radweg noch beleuchtet, neue Schilder warnen vor den in Fahrbahnmitte stehenden Pollern.

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Vorbei an einem Rastplatz, dann, schon nach knapp 2 km, die erste 500 m kurze Umfahrung: durch den Autobahnbau wurde die Trasse zerstört. Ein ruppiger Feldweg führt hinab durch eine Unterführung und dann kräftig aufwärts wieder auf die Trasse. Offensichtlich ist die Rampe zu steil und der Weg zu schlecht: hier ist Rollstuhlverbot (siehe Schild)!

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Nach der Unterquerung der Autobahn A-316 biegt der Radweg Richtung Westen ab. Die Fahrbahn besteht aus grobem Asphalt, es geht zügig voran, immer leicht bergauf.

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Blick zurück über die weite Landschaft der Olivenbäume.

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Vor Torredelcampo erreicht man die neue Fahrradbrücke über die Autobahn. Die bisherige Umfahrung ist entfallen.

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Vorbei an einem Industriegebiet erreicht man die Straßenquerung vor dem alten Bahnhof von Torredelcampo. Die Gebäude haben einen neuen Anstrich erhalten...

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...und auch der Rastplatz wurde überarbeitet. Der erste Tunnel taucht vor uns auf.

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Etwa 330 m lang, mit leichter Krümmung, gut beleuchtet!    Blick zurück zum Westportal.

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Gleich danach erscheint das erste große Metallviadukt. Das 104,5 m lange Bauwerk der Eisenschmiede Dayde und Pillé überquert in 25 m Höhe die Schlucht Arroyada de la Piedra del Águila (frei übersetzt etwa: Adlerfelsenschlucht). Man hat einen tollen Ausblick ins Tal hinab.

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Auf der Rückfahrt blieb uns wenig Zeit, den Ausblick zu genießen!

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Nur 82,8 m lang ist das Viaducto Bajo aus dem Jahr 1891, das in ca. 20 m Höhe dis nächste Schlucht überspannt. Die Tafel der französischen Erbauer ist noch gut erhalten.

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Der zweite Tunnel tut sich vor uns auf. Auf der anderen Seite sieht man schon die Häuser von Torredonjimeno.

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Zwei Brücken überqueren den Radweg in kurzem Abstand. Einfahrt in das Bahnhofsgelände (Das Bahnhofsgebäude selbst wurde offenbar längst abgerissen).

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Weiter Richtung Martos. Der Felsen mit der Burgruine ist bereits in der Ferne erkennbar.  Eine alte Steinbrücke überspannt die Trasse.

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An der Autobahnabfahrt nach Torredonjimeno geht es auf einem Metallsteg über die Straße. Danach (bei Kilometer 18) verlässt der Radweg die von der A-316 überbaute Trasse. Eine Unterführung bringt uns auf die andere Straßenseite.

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Wieder auf der Bahntrasse Richtung Martos.

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