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Vía Verde de Ojos Negros (Gesamtstrecke 165 km)

 

Allgemeines zur Strecke:

Die Vía Verde de Ojos Negros ist der längste zusammenhängende Bahntrassenradweg in Spanien. Die offizielle Kilometrierung beginnt bei den Minen von Ojos Negros in der Sierra Menera und endet am Hafen von Sagunt am Mittelmeer. Als Radweg ausgebaut ist inzwischen eine Strecke von etwa 165 km (offiziel 162 km). Die "alte" Kilometrierung des Radwegs (zu Beginn des Ausbaus) begann am Autobahnparkplatz bei Torres-Torres/ Algimia . Dort beginnt oder endet auch heute noch die Vía Verde de Ojos Negros. Von dort aus trennen etwa 15 km auf Nebenstraßen den Radler noch vom Bahnhof Sagunt, etwa 23 km wären es am anderen Ende der Strecke noch auf der Trasse von Santa Eulalia bis zu den Minen von Ojos Negros, wenn die restliche Bahnstrecke ausgebaut würde.

Die Vía Verde de Ojos Negros wird in zwei Teile unterteilt: Teil 1 der ehemaligen MinenbahnFerrocarril minero de la Sierra Menera” gehört zum Gebiet von Valencia und führt von Torres-Torres/ Algimia, ca. 10 km nordwestlich von Sagunt gelegen, nach Barracas. Dort beginnt der 2. Teil der Strecke auf dem Gebiet von Aragón. Der 65 km lange erste Teilstrecke auf dem Gebiet von Valencia führt durch 9 Tunnel und über 23 Brücken oder Viadukte (unterschiedliche Zahlenangaben in den offiziellen Quellen). Eine beachtliche Höhendifferenz von rund 800 m muss überwunden werden. Das Nebeneinander der noch existierenden Bahnlinie der RENFE und der ehemaligen Schmalspurbahn prägen den Charakter dieser Via Verde. In Barracas beginnt der 2.Teil des Radwegs, die Via Verde de Ojos Negros II. Nach offiziellen Angaben beträgt die Länge des 2. Abschnitts bis Santa Eulalia 92 km und führt durch 5 Tunnel und über 13 Viadukte (Die offizeille Webseite war Mitte 2010 noch nicht auf dem aktuellen Stand).

Der Ausbau der N-234 zur Autobahn A-23 (Autovía Mudéjar), der den Verlauf des Radwegs zeitweise stark beeinträchtigt hatte ist inzwischen abgeschlossen. Damit sind die zerstörten Abschnitte wieder voll befahrbar. Landschaftlich lassen sich für den Radler eher 3 Teile des Radwegs erkennen:
1. Anstieg vom Mittelmeer aus in die Berge auf rund 1000 m Höhe und durch die Hochebene bis nach Barracas (Ojos Negros I ). Dieser Abschnitt ist geprägt durch eine atembaraubende Gebirgslandschaft mit vielen Tunneln und Brücken und endet in der kargen und rauhen Hochebene an der Grenze zwischen dem Gebiet von Valencia und Aragonien. Die Qualität des Weges ist im Abschnitt Algimia - Segorbe teilweise verbesserungsbedürftig.Streckenweise fehlt der Ashaltbelag oder ist durch Mitbenutzung von Autos beschädigt (siehe Bilderseiten).

2. Leichter Anstieg durch das Hochland zwischen Barracas nach Sarrion und zur Passhöhe von Escandón und Abfahrt in die Ebene von Teruel auf dem neu ausgebauten Teilstück zwischen Puerto de Escandón und Teruel Los Banos. Aus einer Berglandschaft in die von Erosion geprägte Landschaft Zentralaragoniens fährt man über zahlreiche Brücken und durch Tunnel, umgeben von unglaublichen Farben und Formationen der von Wind und Wetter zerfurchten Landschaft. Die Strecke ist hier noch relativ neu ausgebaut und deshalb von guter Qualität. Splitt-Asphalt befestigt die Oberfläche des Radwegs, die den heftigen Regengüssen in den Übergangszeiten sowie dem Schnee im Winter und großer Hitze im Sommer ausgesetzt ist. Bei Gewitter fließen Wassermassen durch die sonst trockenen Bachläufe und Furchen.

3. Neu ausgebaut ist auch der Abschnitt zwischen Teruel und dem kleinen Ort Santa Eulalia am Fuße der Sierra Menera im Tal des Rio Jiloca. Auf der landschaftlich monotonen Route durch die weite Ebene, verlangt die oft kerzengerader Strecke vom Radler Ausdauer und Motivation. Besonders bei Gegenwind zieht sich die Strecke endlos dahin. Es gibt kaum Schutzmöglichkeiten bei schlechtem Wetter direkt an der Strecke, eventuell muss man in die naheliegenden Ortschaften ausweichen. Der Endpunkt am ehemaligen Bahnhof Santa Eulalia liegt außerhalb des Ortes. Der alte Bahnhof ist eine Ruine. In Santa Eulalia und in Cella gibt es einen Bahnhof, Informationen zum Zugverkehr siehe weiter unten! Wenn die restlichen 23 km bis zu den Minen von Ojos Negros noch ausgebaut werden, kann man auf dieser Strecke wieder eine abwechslungsreiche Berglandschaft mit Tunneln und schönen Ausblicken erwarten, zur Zeit ist jedoch noch kein Weiterbau in Sicht (Sommer 2010).

[OjosMinas12.jpg]


Lokomotive bei den Minen von Ojos Negros

[OjosMinas13.jpg]


"Orconera"

Steckbrief der Vía Verde de Ojos Negros (I und II)

Geographische Lage: Valencia und Aragón
Start/Ziel: Santa Eulalia (Teruel) - Algimia de Alfarra (Sagunto/Valencia)
Länge: 165 km
Höhendifferenz: Ausgangspunkt 1040 m ü.NN - Höchster Punkt
1160 m ü.NN - Endpunkt 190 m ü.NN
Beschilderung: gute Beschilderung als Vía Verde, Kilometrierung entsprechen der alten Bahnlinie beginnend in Santa Eulalia (km 32) bis Algimia (ca. km 184 ?). Im unteren Abschnitt auch noch teilweise alte Kilometrierung (Kilometer Null am Parkplatz Algimia).
Oberfläche: Algimia - Segorbe: gemischt Asphalt/Splitt/Weg. Rest: Asphalt mit Splitt
Bauwerke: 13 Tunnel(teilweise funktionierende Beleuchtung), 28 Brücken/Viadukte (Angaben unterschiedlich)
Schwierigkeitsgrad: leicht/mittel
Eignung: alle Fahrräder, breitere Reifen empfehlenswert (Splitt!)
ehemalige Bahnstrecke: als ehemalige Minenbahn, erbaut von 1903-1907, zwischenden Minen von Ojos Negros und Puerto de Sagunto
Besonderheiten: Längster Bahntrassenradweg Spaniens. Der Radweg verläuft auf ca. 165 (200) km parallel zur bestehenden Breitspurbahn der RENFE (span. Bahngesellschaft)
Umgebung
weitere Radwege: Vía Verde de Valfambra (keine offizielle Vía Verde)
Sehenswürdigkeiten: Berglandschaft zwischen der Küste und Teruel, Sierra Menera, Stadt Teruél mit Sehenswürdigkeiten
Unterkunft:
In den Ortschaften, besonders in Teruel und Segorbe.

GPS-Track:
OjosNegrosGesamt.gpx
(Download mit Rechtsklick, Ziel speichern unter..)

Track mit Google-Earth ansehen

Anreise und öffentliche Verkehrsmittel:

Die Anreise zur Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist keine Freude: Eigentlich ist die Vía Verde de Ojos Negros ideal für eine Anreise mit der Eisenbahn, da ja die Parrallelstrecke neben der ehemaligen Minenbahn auch heute die Verbindung zwischen Valencia und Zaragoza herstellt. Leider fahren jedoch nur sehr wenige Züge pro Tag und Richtung, obwohl die Strecke erst kürzlich neu ausgebaut wurde. Der Transport von Fahrrädern ist abhängig vom Zugtyp: Prinzipiell nehmen die TRD (Diesel Triebwagen) gar keine Fahrräder mit. Die neuen Kurzzüge transportieren Fahrräder nur in sehr begrenzter Stückzahl (3 Räder pro Zug!) und nur nach Voranmeldung über eine spezielle Telefonnummer der Eisenbahngesellschaft RENFE. Die Züge halten nicht immer in allen Bahnhöfen.
Die Beschwerden der einheimischen Radler kann man im Internet nachlesen, bisher hat das an der Praxis der RENFE aber nichts geändert, obwohl die Züge nach meiner Erfahrung oft leer sind und ohne Probleme mehr Radler mitnehmen könnten.
Eigene Erfahrungen: Vor Ort haben wir sehr hilfsbereites Bahnpersonal erlebt. Auch ohne Voranmeldung wurden wir ahnungslosen Radler samt unserer Räder mehrmals im Zug mitgenommen, der Stationsvorsteher scheute kein Telefonat mit dem Zugpersonal um uns zu helfen. Verlassen kann man sich darauf jedoch nicht, und so kann es durchaus passieren, dass man bei der Ankunft am Zielort nicht mehr mit dem geplaten Zug zum Ausgangspunkt zurück kommt, wenn man das Fahrrad mitnehmen will. Ich rate deshalb jedem, sich rechtzeitig um den Transport zu kümmern!
Insgesamt ist dieser Zustand ein Trauerspiel, besonders wenn man den Aufwand bedenkt, den die verantwortlichen Stellen und die EU mit ihren Fördermitteln (wahrscheinlich) für diesen Radweg betrieben haben. Gute Besserung!

Eventuell existiert ein Busverkehr, Informationen hierüber liegen mir nicht vor. Bei Anreise mit dem Auto kann man zwar direkt am Startpunkt der Via Verde bei Torres-Torres parken, der Parkplatz liegt aber recht einsam und unbewacht. In den Orten, z.B. in Algimia, lässt sich auch ein Parkplatz finden, dort ist mehr Betrieb.

Streckenverlauf:

Die Stationen der Strecke:
Teil I: Sagunto Bahnhof (2 m ü. NN)
- Algimia de Alfarra - Torres-Torres (185 m ü.NN) - El Juncar (230m) - Soneja (275 m) - Segorbe (315m) - Altura (400m) - Navajas (460 m) - Jerica (460m) - Caudiel (630 m) - Masadas Blancas(860m) - Toras (940 m) - Llano de Barracas (980 m) - Barracas (990 m)

Teil II: Barracas (990 m) - Albentosa (960m)- Sarrión (990 m) - El Fraile (1120m) - La Puebla de Valverde (1160m) - Puerto de Escandón (Passhöhe, 1240 m) - Valdecebro (1070m) - Teruel Los Banos (920 m) - Caude (980m) - Cella (1000 m) - Santa Eulalia (990 m)

[ProfilOjosGesamt.png]
Höhenprofil der Gesamtstrecke Ojos Negros- Algimia de Alfarra

 

Geschichte der Bahnstrecke:

Die heute aus zwei Teilen bestehende Via Verde wurde auf einer Bahnstrecke gebaut, die die Minen von Ojos Negros, etwa 50 km nördlich von Teruél gelegen, mit dem Hafen von Sagunt am Mittelmeer verband. Diese Eisenbahnlinie, genannt Ferrocarril minero da la Sierra Menera” (Bau von 1903-1907, wurde als Schmalspurtrasse parallel zu der bereits bestehenden Bahnstrecke der Compania del Ferrocarril Central de Aragón mit üblicher spanischer Breitspur gebaut, da der Minengesellschaft die Transportkosten für das Erz auf der “fremden” Strecke zu teuer waren. So wurde eine eigene Bahntrasse gebaut, 205 km lang, 14 Tunnel und 37 teils gewaltige Viadukte oder Brücken sowie 3 Metallbrücken. Diese Viadukte und Brücken sind auch heute noch das markante Merkmal der heutigen Via Verde, ebenso wie das Nebeneinander der beiden Bahnlinien.

Fazit und Empfehlungen:

Die Vía Verde de Ojos Negros zählt sicher zu den schönsten Radwegen in Spanien und beeindruckt nicht zuletzt aufgrund ihrer Länge. Die Anfahrt/Rückfahrt mit der Bahn ist problematisch. Die Strecke ist mit allen Fahrrädern befahrbar und fast vollständg asphaltiert (grober Splittasphalt!). Die zwei Abschnitte gehen lückenlos ineinander über. Wer die Strecke fahren will möge bedenken, dass das Klima in der Ebene von Sagunt/Valencia wesentlich milder ist als das Gebirgsklima in den Bergen von Teruél in 1000 m Höhe, die passende Bekleidung ist ein Muss. Verpflegung und Unterkunft gibt es in den Ortschaften, die meist etwas abseits des Radwegs liegen und in einzelnen Gasthöfen und Hotels.

Wer nur Teilabschnitte der Strecke fahren will, sollte die Strecke Barracas - Segorbe (in dieser Richtung bergab!) wählen, in beiden Orten gibt es einen Bahnhof der RENFE. Empfehlenswert in der Gegenrichting ist die neu ausgebaute Strecke Sarrión -Puerto de Escandón - Teruel, ebenfalls mit Bahnanschluss (Reservierung für die Fahrräder erforderlich!)

[Ojos1-2010-229.jpg]


Der alte Bahnhof Algimia (Minenbahn)

[Eulalia042a.jpg]


Am alten Bahnhof von Santa Eulalia

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