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Vía Verde de la Sierra (Olvera - Puerto Serrano) 36 km

 

Allgemeines zur Strecke:

Die “Via Verde de la Sierra”  war der einer der ersten Bahntrassenradwege in Spanien, den wird im Jahre 2005 befahren haben. Diese Via Verde zählt zu den eindrucksvollsten Radwegen auf alten Bahnstrecken in Spanien. Sie liegt weit im Süden Spaniens (Andalusien) und gehört zur Provinz Cadiz, das allerdings rund 100 km von Puerto Serrano enfernt ist. Die Großstadt Sevilla liegt in nordwestlicher Richtung rund 70 km entfernt, Jerez de la Frontera ebenfalls etwa 70 km Richtung Südwesten. Die touristischen Schwerpunkte in der Nähe sind Ronda (30 km von Olvera) und  Arcos de la Frontera (knapp 40 km von Puerto Serrano).

Der Radweg führt durch eine einsame, zerklüftete und dünn besiedelte Gebirgsregion. Die Länge der Via Verde Strecke von Olvera nach Puerto Serrano beträgt etwa 36 km und führt über vier Viadukte und durch dreißig (30!) Tunnel. Vom ehemaligen Bahnhof Olvera aus erreicht man zunächst das Naturschutzgebiet von Zaframagon, ein zerklüftetes Gebirgsmassiv mit einem mächtigen Felsgipfel, um den Geier ihre Kreise ziehen. In den Gebäuden am ehemaligen Bahnhof von Zaframagon wurde eine Besucherzentrum eingerichtet (bei unserem Besuch 2016 geschlossen). Im weiteren Verlauf erreicht die alte Bahntrasse den Fluss Guadalporcún, der nahe bei Kilometer 26 in den Rio Guadalete mündet ("Junta de los Rios"). Diesem Fluss folgt der Radweg nun bis zu seinem Ende am ehemaligen Bahnhof Puerto Serrano. Am Start- und Endpunkt des Radwegs gibt es Parkplätze für PKW.

Das Streckenprofil verläuft als Bahntrasse erwartungsgemäß flach und ohne Steigungen, von einer Höhe über NN von 450m (Olvera) bis auf 150m (Puerto Serrano). Nur kurz vor dem Ziel ist eine kurze Steigung (Tunnelumgehung) zu überwinden. Die Oberflächenbeschaffenheit des Radwegs reicht von sehr gut bis mangelhaft, etwa 1/4 ist asphaltiert (mit Mängeln!) der Rest verdichtete Erde und Splitt. Insgesamt ist die Strecke gut befahrbar, allerdings kann es bei heftigen Winden auch mal ordentlich Staub aufwirbeln. Eine Asphalt- oder Betondecke hat der Abschnitt Olvera - Navalagrulla (8 km), die restliche Strecke hat Feldweg-Charakter (verfestigter Sand/Splitt). Nach Unwettern ist mit Behinderungen zu rechnen, in den Tunneln ggf. Schlaglöcher und matschige Fahrbahn, d.h. vorsichtig fahren!

Generell ist in den Tunneln Vorsicht geboten. Die längeren Tunnel sind beleuchtet, 2013 wurden die Lichtanlagen mit Unterstützung der EU überarbeitet. Defekte (oder Vandalismus) kommen dennoch, wie bei allen Vias Verdes, immer wieder vor. Eine Lichtanlage am Fahrrad wird dringend empfohlen. Weitere Hindernisse können Schafherden sein, die die Via Verde benutzen und auch vor gelegentlichem Autoverkehr (Landwirtschaft, Baufahrzeuge) ist man nicht ganz sicher.

Im Jahre 2016 haben wir die “Via Verde de la Sierra”  erneut befahren. Seit unserem ersten Besuch sind 11 Jahre vergangen. Am Charakter des Radwegs, der Qualität der Fahrbahn und der Streckenführung hat sich nichts Wesentliches geändert. Verbessert wurde die Infrastruktur und die Bewirtschaftung mit Übernachtungsmöglichkeit in den Bahnhöfen Olvera, Coripe und Puerto Serrano (Angaben ohne Gewähr).

Geschichte der Bahnstrecke:
Die ehemalige Bahnstrecke war als Verbindung zwischen Jerez de la Frontera und Almargen geplant (119 km), wurde jedoch nie fertiggestellt. Die aufwändigen Bauarbeiten (Beginn 1927) in schwierigem Gelände wurden durch den Spanischen Bürgerkrieg unterbrochen und danach nie zu Ende geführt, so dass niemals ein Zug diesen Abschnitt befuhr. 

Streckenverlauf:

Olvera - Navalagrulla - Zaframagón - Coripe - Puerto Serrano

Übersichtskarte:

Hinweis: Auf dem kleinen Höhenprofil links oben einen Abschnitt mit der Maus markieren, dadurch wird dieser Abschnitt des Tracks auf der Karte angezeigt.

GPS- Wegpunkte: Puerto Serrano Bhf: N36 55.482 W5 33.252 Olvera Bhf : N36 56.475 W5 15.174

Höhenprofil:

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GPX-Track Download:  [GPSLogo.png]

Rechtsklick auf das Logo, "Ziel speichen unter ....." auswählen

Die Strecke:

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Der restaurierte Bahnhof von Olvera liegt unterhalb des Ortes. Hier gibt es eine Gaststätte und Übernachtungsmöglichkeit (begrenzte Anzahl!)

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In den Waggons auf dem Bahnhofsgelände kann man offensichtlich übernachten. Hier gibt es auch eine Fahrradverleihstation.

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Beginn des Radwegs auf der Trasse (Blick zurück zum Bahnhof). Der erste Abschnitt ist asphaltiert.

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Bald schon der erste Tunnel.  Uralte Olivenbäume sind typisch für diese Region Spaniens

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Einige Stellen mussten gegen Bergrutsch gesichert werden. Blick über die spanische Berglandschaft: unzählige Olivenbäume!

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Der Tunnel No.27 ("Salado")musste wegen Einsturzgefahr gesperrt werden und wird umfahren.

Technische Daten an den Tunneleingängen. Die längeren Tunnel sind beleuchtet, Bewegungsmelder oder Schaltung durch Lichtschalter finden sich am Tunneleingang.

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„Tunnelblick”!

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Schier unzählige Tunnel mussten gebaut werden, um das Gebirge für die Eisenbahn zu erschließen.

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Vorsicht vor Schlaglöchern! Kerzengerade abwärts – mit Gegenwind muss gerechnet werden!

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Ausblicke - Viehzucht und Olivenanbau bestimmen das Landschaftsbild.

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Verfallene Station Navalgrulla am Rande des Radwegs. Achtung Gitterrost!

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Gefahren lauern überall , zum Glück ist der Stier hinter dem Zaun! Das Gebirgsmassiv von Zaframagon taucht in der Ferne auf.

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Und weiter geht es durch unzählige Tunnel. Auf der kerzengeraden Trasse vorbei am Felsen von Zaframagon (Blick zurück gen Osten).

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Das Viadukt von Zaframagon, 135 m lang. Im Tal eine verfallene Mühle.

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Auf der anderen Seite Blick in die Schlucht des Guadalporcun.

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Der renovierte Bahnhof von Zaframagon – einsam und verwaist.Gegenverkehr der spanischen Art ?

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Am Bahnhof von Coripe (Gasthof und Übernachtungsmöglichkeit).   Über das Viadukt von Coripe

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Ein beeindruckendes Bauwerk.  Der Túnel del Castillo verfügt mit 990 m Länge...

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.....zum Glück über eine Beleuchtung!Rastplatz mit Fahrradständer am Ufer des Rio Guadalete

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Am Rio Guadalete entlang nähern wir uns dem Ziel - dem Bahnhof von Puerto Serrano.

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Der Bahnhof von Puerto Serrano ist erreicht, schade! Gegenüber ein verfallenes Gebäude. Im renovierten Bahnhof befindet sich eine Gaststätte.

Wir waren beeindruckt vom bautechnischen Aufwand der Stecke mit ihren vielen Tunneln und von der landschaftlichen Schönheit. Auch wenn auf der Trasse nie ein Zug gefahren ist, hat sich die Arbeit nun für die Fahrradfahrer gelohnt, denn man fährt weitab der Hauptstraßen und entfernt vom Autolärm durch eine einsame Gebirgslandschaft, ohne die sonst mühsamen Steigungen. Bleibt zu erwähnen, dass man sowohl immer etwas Verpflegung und Getränke bei sich haben sollte und genügend Zeit für die Strecke einplanen sollte. Auch wenn man von Olvera abwärts fährt, kann ein zeitweise herrschender Gegenwind die Fahrtdauer erheblich verlängern. Der Naturpark von Zaframagon ist eine Thema für sich. Nicht unerwähnt bleiben soll der kulturelle Hintergrund dieser Landschaft, in der im 14. Jahrhundert die letzten Schlachten der Rückeroberung (Reconquista) gegen die Mauren geführt wurden.

 


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