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Vía Verde del FC. Santander-Mediterráneo - Tramo Burgos - Cojóbar - Cascajares 50 km (Teil 2)

 

Befahrung 09/2018
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Die Kirche San Millán von Torrelara
 

Der neue Teil der Strecke, der im Jahr 2018 freigegeben wurde, erschließt dem Radler weitere 36,9 km der ehemaligen Bahntrasse des "Santander-Mediterráneo". Die Landschaft am Westrand der Sierra da la Demanda ist nur dünn besiedelt. Die ehemalige Bahnstrecke verläuft abseits der großen Straßen, und die ehemaligen Haltepunkte und Bahnhöfe sind weit von den Ortschaften entfernt.

Die Trasse folgt zunächst dem Río Ausín (einem Nebenfluss des Río Arlanzón) bis Revilla del Campo, dann dessen Quellfluss, dem Río Lara. Der Scheitelpunkt der Strecke liegt auf 1029 m ü.NN in der Nähe des Ortes Paúles de Lara (ca. 20 Einwohner). Von dort ab sind es rund 15 km bis zum Ausbauende in 930 m über dem Meeresniveau. Der kleine Fluss Río de San Martin begleitet den Radweg auf den letzten Kilometern. Am ehemaligen Haltepunkt (=Apeadero) Cascajares-Hortigüela, wo die Bahntrasse die Nationalstraße N-234 überquert, endet bisher der Ausbau (09/2018).

Ziel der Anstrengungen muss es sein, die Stadt Soria durch den Radweg auf der Trasse mit der Stadt Burgos zu verbinden. Noch fehlen etwa 38 Kilometer, aber der Weiterbau wird durch einige Kunstbauten (v.a.Brücken) erschwert und verteuert.

Anlass zu Bedenken gibt die Ausführung der Fahrbahn, die wegen ihres losen Splittbelags wetteranfällig ist und dem Radler zusätzliche Kraft abverlangt. Der lose Splitt erfordert breitere Reifen, Rollstuhlfahrer und Rennradler haben hier wahrscheinlich Probleme. Bei dieser Art der Fahrbahngestaltung ist ständige Pflege notwendig, da sich sonst die Natur die Trasse in kurzer Zeit zurück erobert. Schon nach kurzer Zeit spießen Grasbüschel zwischen dem Splitt hervor und stachelige Ranken wachsen auf die Fahrbahn.

Dennoch ist die Fahrt auf der alten Bahnstrecke ein Erlebnis, die karge Berglanschaft in einer Höhe von fast 1000 Metern ü.NN. hat ihren eigenen Reiz. Die verlassenen Gebäude, teils nur noch Ruinen, die zurückgelassenen Einrichtungen wie Signalanlagen und Wasserbehälter und die Brücken und Viadukte sind Zeugnisse einer vergangenen Epoche.

Es versteht sich von selbst, dass man bei der bescheidenen Infrastruktur dieser dünn besiedelten Gegend für ausreichende  Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeiten sorgen muss. Auch in Zeiten der Mobiltelefone sollte man für kleine Notfälle und Pannen gerüstet sein. Respekt vor der fremden Landschaft in fast 1000 m ü.NN. und die entsprechenden Klima- und Wetterbesonderheiten (z.B.Gegenwind, Gewitter usw.) ist in jedem Fall angebracht!

 
 
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Ohne Unterbrechung setzt sich der Radweg auf dem neuen Abschnitt fort. Der alte Bahnhof von Cojóbar liegt so versteckt hinter den Bäumen, dass man ihn leicht übersehen kann. Die große Güterhalle allerdings steht frei auf der gegenüberliegenden Seite der Trasse.

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Schnurgerade durchquert der Radweg die Auen entlang des Flusses Río Ausín (oder auch: Río de los Ausines). Im weiteren Verlauf überquert man den Fluss auf einer neu ausgebauten roten Stahlträgerbrücke .

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Die Berge rücken näher, ein riesiger Steinbruch hat die Landschaft in ein bizzarres Gebilde verwandelt.

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Der Bahnhof von Los Ausines ist nur zur Hälfte renoviert und bewohnt (Blick zurück). Der Ort Los Ausines selbst wird vom steilen Felswänden (Peña de El Castillejo) überragt. Oberhalb des Ortsteils Barrio de Sopeña, am Rande der Steilwand, erkennt man schon aus der Ferne die kleine Kapelle  der Einsiedelei Ermita de Nuestra Señora del Castillo.

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Der Radweg folgt weiter dem Río Ausín flussaufwärts, große Bäume säumen die Trasse sorgen für Schatten. In Revilla del Campo (91 Einwohner) hat man restaurierte Eisenbahnsignale aufgestellt.

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Hübsch gestaltet: Sitzbänke, eine Lok zum Spielen und Fahrradständer sind vorhanden. Links über die Brücke kommt man zu einer Taberna - Zeit für eine Rast?

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Der Río Ausín ensteht nur wenige 100 m weiter südlich aus dem Río Lara, der uns von nun an begleitet.

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Weiter aufwärts, vorbei am Kilometer 17 des neuen Radwegs. Rechter Hand auf der Kuppe steht die KIrche von Torrelara, dem Heiligen Aemilianus von Cogolla (San Millán) geweiht. Der Ort liegt versteckt hinter dem Hügel.

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Eine staubige Straße führt hinauf zu der alten KIrche.

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Von dort aus blickt man weit über das Tal mit der Vía Verde und gen Osten zu den Bergen der Sierra de la Demanda (2271 m). Das hölzerne Gebälk des Glockenstuhls wird notdürftig durch Eisenklammern gehalten.

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Immer weiter aufwärts windet sich die Trasse in sanften Bögen - Bahnkilometer 217,1

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Dann überschreitet der Radweg den Scheitelpunkt (1029 m ü.NN), nahe dem kleinen Ort Paules de Lara. Die Ruine eines Bahnwärterhäuschen steht bei Kilometer 215,531 (!), so steht es auf dem steinernenTürrahmen,

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Eine breite Landschaft tut sich auf, begrenzt von kahlen Felshängen.
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Mitten in der verlassenen Landschaft der verfallene Bahnhof von Campolara.
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Dichter Baumbestand umgibt den Río de Valparaíso. Eine Brücke führt über das Flüsschen.
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Der Rastplatz bei Villaespasa ist nicht sehr einladend. Eine lange Gerade führt in die Senke des Río de San Martín.
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Eine lange Stahlträgerbrücke mit Holzbelag auf den alten Fundamenten führt hinüber auf die andere Seite. Jetzt, am Ende des Sommers, ist nur wenig Wasser im Flussbett.

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Kerzengerade geht es auf die Berge der Sierra de Las Mamblas zu (1376 m), Ausläufer der Sierra de la Demanda. Noch einmal muss ein Fluss überquert werden, der Río del Salcedál.

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Nur zwei Kilometer weiter erreicht man das Ende des Ausbaus (2018), den Haltepunkt Cascajares-Hortigüela, bei Bahnkilometer 201,2, an der Kreuzung mit der Nationalstraße N-234. Die Häuschen sind verlassen, aber in gutem Zustand

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Die Fahrt geht weiter: Nur 38 Kilometer trennen uns vom Anschluss an den Radweg in Hontanares del Pinar. Von dort aus ist die Trasse des "Santander-Mediterráneo" durchgehend ausgebaut bis in die Provinzhauptstadt Soria.

 




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