<< nach unten >> 

Vía Verde de la Sierra de la Demanda (52 +2 km)

 Befahrung 2010 und 2017 

Allgemeines zur Strecke

Die Sierra de la Demanda ist eine bei uns nur wenig bekannte Gebirgskette im Norden Spaniens. Sie liegt südöstlich der Stadt Burgos, und ihre Gipfel reichen hinauf in eine Höhe von 2271 m (Pico San Lorenzo). Die Kernregion ist äußerst dünn besiedelt und nur auf schmalen Straßen zu erreichen, die kleinen Ortschaften werden nur noch von wenigen Familien dauerhaft bewohnt. Im Grenzland der Regionen Kastilien/Leon und La Rioja gelegen ist die Verkehrsanbindung unübersichtlich, Übernachtungsmöglichkeiten für Besucher sind begrenzt, auf dem Gebiet der Region La Rioja an den Hängen des Pico San Lorenzo befindet sich die Skistation Valdescaray.

Für Wanderer und Radler gibt es in den kleinen Orten der Kernregion einige wenige Unterkünfte (Hostales), zum Beispiel in Canales de la Sierra oder Pineda de la Sierra. Von Burgos aus ist der Beginn der Via Verde in Arlanzón mit dem Auto gut zu erreichen (ca. 20 km), von Logroño aus soll es eine Busverbindung geben.

Die Vía Verde de la Sierra de la Demanda beginnt in dem kleinen Ort Arlanzón (980 m ü.NN) etwa 20 Kilometer östlich von Burgos und führt ca. 54 km fast vollständig auf der Bahntrasse der alten MInenbahn zu dem Ort Monterrubio in einer Höhe von 1200 m ü.NN., wo sich einst die Eisen- und Kupferminen befanden. Die Strecke ist geprägt von der Schönheit einer einsamen Berglandschaft in über 1000 m über dem Meeresspiegel. Hauptmanko dieses Radwegs ist die dauerhafte Sperrung des Tunnels von Manquillo bei Kilometer 31,5, die eine Umfahrung über die Passhöhe von El Manquillo (1400 m ü.NN) erfordert.

Von den drei Tunneln der Strecke ist nur einer befahrbar (Tunnel von Barbadillo, 175 m). Die Strecke schlängelt sich zunächst 15 km durch die Berglandschaft und erreicht dann den aufgestauten Fluss Arlanzón. Dann folgt der Radweg dem Flusstal aufwärts, bis nach Pineda de la Sierra (24 km)  kommt man an keinem Ort vorbei ( nur Urrez liegt 2 km abseits der Strecke bei Kilometer 6,6). Ausreichend Verpflegung, geeignete Kleidung und eine ordentliche Ausrüstung (bei Pannen) sind ein Muss auf diesem Radweg im Gebirge! In Pineda de la Sierra, noch vor der Passhöhe gelegen, gibt es einen Gasthof. Die Höhendifferenz bergauf beträgt etwa 370 hm.

Im zweiten Teil der Vía Verde, jenseits der Passhöhe, durchquert der Radweg zunächst ein dichtes Waldgebiet und folgt dann den schroffen Seitentälern der Flüsse Valdorcas und Pedroso in großen Schleifen. Hier trifft man auf die Überreste der alten Bergbautätigkeit und der Eisenverhüttung. Auch die Namen der Ansiedlungen erinnern an die "Eisenzeit". In diesem Abschnitt befindet sich auch der einzige noch befahrbare Tunnel des Radwegs.

Das Ende der Bahntrasse kommt recht abrupt. Die letzten Kilometer fährt man auf einem beschilderten Feldweg mit Steigung und Gefälle. Am Rastplatz "La Pradera" befindet sich eine in die Jahre gekommene Schutzhütte. Von dort aus sind es noch 1,5 km auf der wenig befahreren Nebenstraße in den Ort Monterrubio, in dem nur noch wenige Einwohner sesshaft sind. Bis in den nächsten größeren Ort (Canales) sind es 9,5 km über eine kleine Passhöhe. 

Die ehemalige Bahnlinie:

Die ehemalige Bahnstrecke war eine Minenbahn, die Kohle und Erz aus der Sierra de la Demanda zur Hauptstrecke Burgos - Bilbao bringen sollte. Der erste Abschnitt zwischen Villafria (Burgos) und Arlanzón war auch für den Transport von Passagieren geplant. Bereits 1910 wurde der Verkehr auf der Strecke eingestellt. Eine Wiederinbetriebnahme scheiterte, ein Großteil der Minen wurde 1924 geschlossen. Die Gleise wurden zwischen 1941 und 1947 abgebaut.
Der erste Teil der Strecke führte durch die Sierra de Atapuerca, wo man im "Eisenbahngraben" und den benachbarten Höhlen bemerkenswerte archäologische und paläontologische Funde machte. Auf dem 2. Teil der Bahnstrecke wurde 2003 der Radweg gebaut.

Stationen:

Arlanzón- Alto de Resalada - Embalse (Stausee) de Arlanzón) - Pineda de la Sierra - El Manquillo - Riocavado - Barbadillo - Bezares - Monterrubio

 


Steckbrief der Vía Verde de la Sierra del la Demanda

Geographische Lage: Kastilien und León
Start/Ziel: Arlanzón - (Túnel del Manquillo) - Monterrubio de la Demanda
Anfahrt/öffentliche Verkehrsmittel: keine direkte Eisenbahnanbindung, Burgos (21 km nach Arlanzón)
Länge: 52 km, (+2 km nach Monterrubio), 31,5 km zum gesperrten Tunnel von Manquillo, überwiegend auf der Trasse
Höhendifferenz: Ausgangspunkt Arlanzón 980 m ü.NN - Tunnel 1350 m ü.NN- Passhöhe 1415 m ü.NN - Endpunkt Monterrubio 1135 m ü.NN
Beschilderung: als Vía Verde oder Camino Natural beschildert, Kilometer Null in Arlanzón. Beschilderung teils beschädigt oder unleserlich.
Oberfläche: verfestigte Erde (nicht asphaltiert)
Bauwerke: 1 Tunnel befahrbar, 2 Tunnel gesperrt, 8 Brücken
Schwierigkeitsgrad: mittel
Eignung: alle Fahrräder außer Rennräder
Bahnstrecke: ehemalige Minenbahn von Villafria (Burgos) nach Monterrubio de la Demanda, erbaut bis 1902, stillgelegt 1910. Eine Wiedereröffnung ab 1920 scheiterte. Abbau der Strecke 1947. Vía Verde seit 2003.
Besonderheiten: Die Vía Verde Sierra Demanda hat eine beachtliche Länge von über 50 km. Leider ist der Tunnel von Manquillo (Länge 680 oder 800 m?) nicht befahrbar, eine Umfahrung führt über die Passhöhe (65 hm).
Umgebung
weitere Radwege: Vía Verde del Rio Oja
Sehenswürdigkeiten: Berglandschaft der Sierra de la Demanda (2270 m), Ausgrabungen und Höhlen am Eisenbahngraben von Atapuerca ("Steinzeitmenschen").
Unterkunft:
In den Ortschaften, Burgos.

GPS-Track:DemandaTeil1.gpx
(Download mit Rechtsklick, Ziel speichern unter..)

Strecke mit Google Earth ansehen und GPS-Track (gpx) Download:

[GoogleBild.jpg]      [GPSLogo.jpg]

(Zum Download anklicken)

[Demanda2017-245gr.jpg]

Im Stausee versunkenes Dorf  Mansilla de la Sierra

[Demanda072gr.jpg]

Stausee des Río Arlanzón

Höhenprofil:

 

[ProfilDemandaGesamt.png]

Bilddokumentation und Beschreibung:

[Demanda005a.jpg]

[Demanda006.jpg]

Gleich zu Beginn des Radwegs in dem kleinen Ort Arlanzón steht ein Schild des Umweltministeriums, der diesen Weg als Camino Natural in seiner Obhut hat. Knapp 2,5 Mio Euro wurden in den Ausbau investiert.

[Demanda010.jpg]

[Demanda001.jpg]

In Anbetracht dieser Summe fällt die Beschilderung eher bescheiden aus, dennoch kann man sich auf der Trasse wohl kaum verfahren. Das erste Bauwerk, die Brücke über den Río Arlanzón, wird noch im Ort überquert.

[Demanda002.jpg]

[Demanda011.jpg]

Kräftige Auffahrsperren wurden hier installiert. Ein Stück am Ort vorbei auf der Trasse, dann muss das Wasserwerk umfahren werden. Danach beginnt die Fahrt bergauf.

[Demanda015.jpg]

[Demanda016.jpg]

Der Radweg führt durch eine charakteristische Waldlandschaft in über 1000 m über dem Meeresspiegel.

[Demanda017a.jpg]

[Demanda018.jpg]

Die Beschilderung mit Entfernungsangaben sagt uns: zum nächsten Ort direkt an der Trasse sind es noch 20,9 km.! Auch an Rastplätze hat man gedacht, allerdings ohne Unterstellmöglichkeit bei schlechtem Wetter.

[Demanda018a.jpg]

[Demanda020.jpg]

Hier ist die Beschilderung zerstört worden.   Kerzengerade führt die alte Bahnlinie in die Berge.

[Demanda021.jpg]

[Demanda023a.jpg]

Eine Heidelandschaft umgibt uns. In der Ferne tauchen die Höhen der Sierra Demanda auf.

[Demanda024.jpg]

[Demanda025.jpg]

Etwa bei Kilometer 6 wird die Straße in den Ort Urrez überquert, der 2 km abseits gelegen ist. Danach gibt es bis Pineda keine bewohnte Ortschaft mehr.

[Demanda026.jpg]

[Demanda030.jpg]

Die Natur arbeitet an der Rückeroberung der Trasse. Vorsicht an den Gittern!

[Demanda032.jpg]

[Demanda034.jpg]

Eine kleine Lagune liegt rechts neben dem Radweg, etwas unheimlich ragen die alten abgestorbenen Bäume aus dem Wasser. Die Wegweiser sind nun "rustikal". Ein Drittel der Strecke bis Pineda ist geschafft.

[Demanda035.jpg]

[Demanda039.jpg]

Auf einem Damm geht es über die zerklüftete Landschaft, dann folgt ein tiefer Einschnitt.

[Demanda043.jpg]

[Demanda047.jpg]

Noch eine Lagune, hier mit einem Rastplatz, wird passiert. Plötzlich taucht eine heftige Steigung auf: wir sind am Portal des verschütteten Tunnels von Urrez. Absteigen wird empfohlen!

[Demanda049.jpg]

[Demanda057.jpg]

Unterhalb der Felswand erkennt man das versperrte Portal. Nach einer etwas weniger steilen Abfahrt (Kilometer 10 der Vía Verde) erreicht man die andere Seite. Am Ende der zugewachsenen Bahntrasse liegt der Tunnelausgang.

[Demanda055.jpg]

[Demanda056kl.jpg]

Diese "Höhle" ist unpassierbar, der Zugang ist ein Sumpf!

[Demanda059.jpg]

[Demanda061.jpg]

Ein schöner Streckenabschnitt liegt nun vor uns.

[Demanda060gr.jpg]

Wolken ziehen über die Gipfel der Sierra de la Demanda. Der höchste Berg ist der Pico San Lorenzo mit 2271 m .

[Demanda062.jpg]

[Demanda064.jpg]

Damit wir die Hintergründe der Strecke nicht vergessen: es handelt sich um eine Bahntrasse! Wieder geht es durch einen tiefen, felsigen Einschnitt. Die Drahtnetze schützen vor Steinschlag.

 

 



<< Vorherige Seite nach oben Nächste Seite >>