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Vía Verde de Ojos Negros II: Von Teruél nach Santa Eulalia


Der letzte Teil der Strecke führt den Radler von der Provinzhauptstadt Teruél zu den Bergen der Sierra Menera. Rund 50 Kilometer trennen uns noch von den Eisenminen von Ojos Negros, rund 30 Kilometer sind auf der alten Bahntrasse noch ausgebaut. Das letzte Stück zum Beginn der Bahnstrecke muss man auf Nebenstraßen fahren, bis vielleicht irgendwann die Bahnstrecke noch ausgebaut wird. Das Teilstück durch die Berge der Sierra Menera wäre sicherlich ein weiterer landschaftlicher Höhepunkt dieser einmaligen Fahrradstrecke.
Nach der Hauptstadt Teruel führt die Trasse zuerst leicht bergauf, bei Cella erreicht man den Rio Jiloca, dem die Strecke weiter folgt. Es geht durch eine schier endlose weite Hochebene, die dem Radler einiges an Ausdauer auf diesem geraden und eintönigen Abschnitt abverlangt. Auch mit Widrigkeiten des Wetters muss gerechnet werden, es gibt in diesem Abschnitt kaum Unterschlupfmöglichkeiten. Heftiger Wind kann die Fahrtdauer erheblich verlängern!
Die verlassenen Minen mit ihren verfallenden Gebäuden haben einen eigenen Reiz. Die Gegend ist entvölkert, Projekte zur Verbesserung des Tourismus sind offensichlich in Planung. 2010 sahen wir die Schilder eines Unternehmens, das einige der alten Gebäude zu einer ländlichen Unterkunft ausbauen will. In diesem Jahr waren auch die Schienen bei Ojos Negros entfernt, die zuvor noch bis zu den alten Gebäuden führten. Vielleicht ist doch noch ein weiterer Radwegausbau geplant.
Über der Hochebene bei Ojos Negros in Richtung Monreal del Campo steht noch eine alte Windmühle, die schön restauriert wurde und dafür sogar einen Preis erhielt. Von dort aus hat man einen herrlichen Blick über die Landschaft des Rio Jiloca. Ein weiterer markanter Punkt ist die Felsenburg Castillo de Peracense, wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert.

Wer nicht ohnehin in Teruél Quartier nimmt, sollte einen Abstecher in die vom Mudéjar-Stil geprägten Stadt am Zusammenfluss des Rio Guadalaviar und Rio Alfambra nicht versäumen. Die Stadtteile sind durch zwei große Brücken verbunden, eine davon überdacht. Von hier hat man einen grandiosen Ausblick: Der Vergleich mit den Viadukten der alten Bahnlinie drängt sich förmlich auf. Die drittgrößte Stadt Aragóns ist vom Tourismus noch nicht so überlaufen und ist in Spanien für seine historischen Figuren "Amantes de Teruél" bekannt (Die Liebenden von Teruel, eine mittelalterliche Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang).

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Der Bahnhof von Teruél, an dem die wenigen Züge der Strecke Valencia-Zaragoza ankommen ist von einer Wohnzimmeratmosphäre mit Standuhr (Made in Germany!) geprägt. Der Fahrplan der „Regionales“ mit 3 Zügen nach Valencia und 3 Zügen nach Zaragoza pro Tag garantiert eine beschauliche Atmosphäre. Die Oberstadt ist vom Bahnhof aus mit einem Aufzug zu erreichen. Das Personal der RENFE war uns sehr behilflich bei der Organisation für unseren Fahrradtransport, der trotz der widrigen Umstände einwandfrei funktionierte (vielleicht hatten wir auch nur Glück).

Wer in Teruel übernachtet, kann zur Vía Verde bei Los Baños auch am Rio Alfambra entlang fahren, die Strecke ist etwas buckelig und man muss einmal über den Fluss. Man folgt dem Senda (Pfad) Fluvial Rio Alfambra, der in der Nähe des Paradors (Hotel) beginnt. Den GPS-Track kan man hier herunterladen oder die Strecke mit Google Earth ansehen.

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Die Zufahrt von Teruel auf dem Senda Fluvial zur Vía Verde war nicht ganz einfach

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Auch ein Fußbad war inclusive, da der Übergang wohl weggespült war.

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Am alten Lokschuppen ist man wieder auf der Trasse. Auf dem asphaltierten Radweg geht es zügig bergauf.(Blick zurück).

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Einige alte Brücken kreuzen die kerzengerade Trasse. Kilometer 50 ist erreicht.

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Die Ruine eines alten Hauses trotzt dem Zahn der Zeit. Die neuen Unterführungen sind immer gut für eine Überraschung! Am alten Bahnhof von Caudé ist ein Rastplatz entstanden, nicht si wirklich gemütlich, keinerlei Schatten.

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Der alte Brunnen existiert noch. Vorbei an den alten Ruinen geht es durch die staubige Ebene.

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Eine kleine Bücke führt über einen trockenen Bachlauf. Wieder wird die Bahnstrecke Valencia-Zaragaza überquert, eine Metallbrücke wurde hierfür gebaut.

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Eine neue Bahnstrecke ist im Bau und kreuzt die Vía Verde.

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Die Umleitung ist beschildert. In der Ferne tauchen die Berge auf.

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Hier ist mentale Stabilität angesagt! Durchhalten! Bei Kilometer 39 erreicht man den Bahnhof von Cella.

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Nur noch Ruinen erinnern an vergangene Zeiten. Der Ort ist 2,3 km entfernt.

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Eine gigantische holzverarbeitende Fabrik liegt mitten auf unserer Trasse und sorgt für Arbeit in diesem entvölkerten Gebiet.

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Jenseits des Kreisverkehrs an der Fabrik geht die Trasse weiter. Der Bahnhof von Cella der aktuellen Bahnstrecke liegt nur eine paar hunder Meter entfernt. Die Vía Verde folgt nun dem Rio Jiloca.

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Die Relikte der alten Bahnstrecke sind nicht zu übersehen. Der Fluss erscheint hier noch als kleines Rinnsal.

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Befestigungen der Bahnstrecke sind noch gut erhalten. Der Fluss begleitet uns durch die schier endlose Ebene.

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"Gefährliche Kreuzung" steht auf dem Schild! Na ja! Eine Brücke über einen ausgetrockneten Bach: wenn es regnet, sieht es hier schnell anders aus!

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Mitten in der Ebene ein felsiger Einschnitt.Die Türme einer Fabrik tauchen auf.

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Wir überqueren die Straße nach Santa Eulalia del Campo bei Kilometer 23,1. Kurz dahinter liegen die Ruinen des alten Bahnhofs der Minenbahn. Der Ort ist 1,5 km entfernt. Hier endet die ausgebaute Strecke.

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Vielleicht geht es einmal weiter auf der alten Trasse. Wer zu den Minen will, muss sich entweder entlang der Bahnstrecke durchkämpfen, oder der Landstraße folgen. Auf den Webseiten der einheimischen Radler findet man entsprechende Hinweise (auf spanisch).

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