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Vía Verde de Segura

 Befahrung 06/2016

Die nie fertiggestellte Bahnlinie Baeza - Utiel, die bereits in ihrem Abschnitt am Río Guadalimar bei Linares zum Radweg ausgebaut wurde ("Vía Verde del Guadalimar"), ist auch die Basis für den neuen Radweg "Vía Verde de Segura", der auf einer Länge von 27,6 km fertiggestellt ist. Der Radweg überquert den Río Guadalimar und führt hinauf in die Berge der Comarca de Sierra de Segura und der Sierra de Cazorla. Dann erreicht die verlassene Bahnstrecke die Provinzgrenze von Jaén (Andalusien) und führt in die Region der Mancha, der Heimat von Don Quijote. Der Weiterbau des Radwegs in der Provinz Albacete (La Mancha) war im Jahr 2016 bereits in vollem Gange, so dass vorraussichtlich 2017 nur noch rund 10 km zum Anschluss an die "Vía Verde de la Sierra de Alcaraz" fehlen (in Planung). Damit wird in naher Zukunft eine durchgehende Verbindung zwischen Linares (Andalusien) und Albacete (La Mancha) auf der alten Bahnlinie Baeza - Utiel  befahrbar sein. Was noch fehlt ist die Verbindung der beiden Vías Verdes Guadalimar und Segura, also der Ausbau des südwestlichen Abschnitts in einer Länge von geschätzt 100 Kilometern. 

Geschichte:
Die nie fertiggestellte
Bahnlinie Baeza-Utiel, die von der rund 20 km südöstlich von Linares gelegenen Kleinstadt durch die Provinzen Jaén, Albacete und Valencia bis nach Utiel führen sollte, hatte eine geplante Länge von 371 Kilometern. Unzählige Brücken, 25 Viadukte sowie 137 Tunnel (zusammen ca. 28 km Länge) waren erforderlich, 43 Bahnhöfe waren einst geplant. Der Spanische Bürgerkrieg und das Aufkommen des Automobils setzten, wie bei einigen anderen strategischen Bahnlinien Spaniens, dem Mammutprojekt ein Ende.
Vom Planungsbeginn 1926 vergingen 38 Jahre bis zur Einstellung der Bauarbeiten im Jahre 1964. Bis dahin war die Bahnstrecke zu knapp 80 % fertiggestellt. Zwischen1985-1991 wurde die Strecke endgültig aufgegeben und Installationen abgebaut. Planungen zu einem Radweg auf der Trasse begannen bereits in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende, die Projektierung begann im Jahr 2007.
Im Oktober 2015 wurde die "Vía Verde de Segura" auf einer Länge von 27,6 km offiziell freigegeben.

Die Strecke:
Der Radweg beginnt ca. 2,5 km nordöstlich des Ortes
Arroyo del Ojanco, noch jenseits der Ruinen des alten Bahnhofs (1,8 km außerhalb des Ortes). Der Startpunkt mit einer Infotafel liegt nördlich in Sichtweite neben der Nationalstraße 322. Der Radweg überquert zunächst den Fluss Guadalimar und führt dann stetig bergauf durch eine spärlich besiedelte Landschaft. Kunstbauten: 1 Viadukt, 1 "echter" Tunnel (ohne Beleuchtung), 6 "künstliche/falsche" Tunnel,
Direkt am Radweg gibt es keine Unterkunft oder Bewirtung, für Verpflegung muss der Radler selbst sorgen. Abseits der Strecke liegen die Orte Arroyo del Ojanco, Puente de Génave, La Puerta de Segura, Génave und Villarrodrigo.
Der ausgebaute Radweg endet (2016) an der Provinzgrenze (Jaén - Albacete) in der Einöde, der Weiterbau ist im Gang.

Die Ruinen der Bahnhöfe:
Arroyo del Ojanco, Segura de la Sierra, Puente de Génave, La Puerta de Segura, Génave , Villarrodrigo

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Blick zum Monte "El Yelmo" (1809 m)

 

Hinweis: Auf dem kleinen Höhenprofil links oben einen Abschnitt mit der Maus markieren, dadurch wird dieser Abschnitt des Tracks auf der Karte angezeigt.

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 Strecke mit Google Earth™ ansehen und Trackdownload (gpx):

[Googlebild.jpg] Anklicken (Google Earth muss installiert sein!)

[GPSLogo.jpg]  Rechtsklick, ...Ziel speichern unter....

 

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Die Zufahrt zur Vía Verde war 2016 nicht beschildert. Die Ruinen des Bahnhofs von Arroyo del Ojanco befinden sich ca. 1,5 km außerhalb des Ortes links neben der N-322. Etwa 1 km weiter beginnt der neue Radweg auf der Trasse. Hier steht eine Informationstafel.

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Die Beschilderung verwendet den Begriff "Camino Natural de Segura" statt "Vía Verde". Ein Wegweiser zeigt zum Rastplatz und zum nächsten Bahnhof (Ruine).

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Es geht hinab zum Fluss, die Fahrbahn besteht aus verfestigtem Kies. Wir befinden uns bei Kilometer 115 der ehemaligen Bahnstrecke Baeza-Utiel, 99 Bahnkilometer nordöstlich vom Ende des Radwegs V.V. del Guadalimar.

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Ein Viadukt führt über den Río Guadalimar.

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Ein "Wald" von Olivenbäumen bedeckt die Hügel entlang der Trasse. Der Radweg steigt langsam an und führt hinauf in Richtung auf die Berge.

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Tiefe Einschnitte in die Landschaft und Wassergräben am Rande der Fahrbahn begleiten den Radweg.  An der nächsten Brücke verschwenkt der Radweg nach links neben die Trasse.

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Hier wird die Trasse als Wirtschaftsweg genutzt, die Radler haben eine eigene Fahrbahn bekommen.....

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.... leider mit einem Anstieg verbunden. Über die nächste Brücke geht es auf die rechte Seite. .... und wieder hinab und hinauf zur nächsten Brücke.

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Die alte Brücke wurde zum Rastplatz umfunktioniert. Nach etwa 1,4 km mündet der Radweg wieder auf die ehemalige Bahntrasse. Eine alte Maschine für die Olivenernte steht am Wegesrand.

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Der Dunst der nahen Olivenölfabriken liegt in der Luft. Auf einem Damm geht es an den Wassersammelbecken vorbei.

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Kerzengerade führt der Radweg auf die Berge zu. Ein kurzer Tunnel taucht auf.

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Starke Regenfälle haben die Abflussrinnen mit Schlamm und Geröll gefüllt. Schon naht der nächste Tunnel.

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"Tunnelblick!"  Noch ist alles neu, die Holzgeländer an den steilen Dämmen....

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...und die Rastplätze. Schutz vor Sonne und Regen gibt es nur in den Tunneln. Der nächste ist etwas länger, ohne Beleuchtung!

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Die Unwetter haben Geröll und Steinbrocken auf die Fahrbahn gespült - Vorsicht!  Auf einer langen Geraden erreicht man den vorerst letzten, kurzen Tunnel....

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....und eine Brücke. Dann erkennt man links von der Trasse am Hang die Gebäude einer Ansiedlung.

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Man passiert die Gebäude eines Schießplatzes. Der Blick ins Tal zeigt, dass die Strecke schon ordentlich an Höhe gewonnen hat.

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Auf einer langen Brücke überquert man eine Straße, einen Zubringer zur N-322. Durch den Bau der Nationalstraße wurde die Trasse zerstört. Vorbei an der alten Bahnbrücke mit der Straßenwalze folgt man den Wegweisern zum Bahnhof von Puente de Génave.

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Auf einem Feldweg erreicht man die Ruinen des Bahnhofs Puente de Génave (Ort: 5,2 km südlich) - La Puerta de Segura (Ort: 6,6 km südöstl.)

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Hier in der Abgeschiedenheit eine große Bahnhofsanlage, die niemals in Betrieb war. Die Gebäude verfallen.

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