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"Parenzana" - Weg der Gesundheit und Freundschaft: - Slowenien - Kroatien (116 km)


Allgemeines zur Strecke

Der Ausbau der ehemaligen Schmalspurbahn "Parenzana" zwischen Triest und Porec (Parenzo) wurde bereits Anfang dieses Jahrhunderts in Angriff genommen. Mit Mitteln der EU (Interreg IIIA) sollte ein drei Länder überschreitender Radweg entstehen. Inzwischen sind die Abschnitte in Slovenien und Kroatien befahrbar, allerdings entspricht nur der Abschnitt in Slowenien einem Radweg unserer Vorstellung. Die Strecke in Kroatien, die von der Grenze bei Secovlje bis in das Bergdorf Vizinada gut ausgeschildert ist, hat die Qualität eines Feldwegs und ist eher für MTB/ATB geeignet. Einige sehr schottrige Abschnitte stören das Vergnügen erheblich. Wie wir weiter unten sehen werden, ist aber die landschaftliche Schönheit Motivation genug, um die einsamen Bergstrecken zu erkunden. Einige Abschnitte sind reichlich mit Bauwerken wie Tunnel und Viadukten bestückt und die Bergorte wie Groznjan oder Motovun lohnen einen Besuch. Im Jahr 2012 ist auch der Abschnitt Vizinada - Porec befahrbar und beschildert, allerdings aufgrund der ruppigen Oberfläche nur mit einem MTB, "Normalradler" werden hier wenig Freude haben. Damit beträgt die insgesamt befahrbare Strecke 116 Kilometer, wovon der weitaus größte Teil direkt auf der alten Banhtrasse verläuft 
Auf italienischer Seite war 2012 ein kurzer Abschnitt direkt auf der alten Bahntrasse nach Slowenien neu asphaltiert (siehe unten im Text). Somit ist die Anfahrt mit dem Fahrrad von Muggia aus möglich. Das Gebiet der ehemaligen Bahnstrecke ist im engräumigen Umfeld von Triest und seinen großen Hafenanlagen wahrscheinlich überbaut. Der riesige Bahnhof Triest-Campo Marzio (früher Staatsbahnhof, seit 1959 nicht mehr in den Routine-Zugverkehr eingebunden), hinterlässt einen traurigen Eindruck. Er beherbergt seit 1984 das Eisenbahnmuseum der Stadt. Eine Beschilderung der "Parenzana" an diesem Ausgangspunkt der alten Bahnlinie konnten wir ebenfalls nicht entdecken. Weder in der Tuoristen-Information noch im Eisenbahnmuseum wusste man irgendetwas von einem Radweg auf dem italienischen Teil der alten Bahnstrecke.

Der "Weg der Gesundheit und Freundschaft", wie der Paranzana Radweg auch offiziell genannt wird, wurde in seinem kroatischen Anteil zwischen 2004 und 2006  ausgebaut und soll bis 2013 fertiggestellt sein (so steht es auf den Schildern). Leider ist die Oberfläche des Weges 
für Normalradler noch unbefriedigend, aber die Passage durch die Tunnel und die Absicherung der Viadukte durch Geländer bedeutet schon einen Fortschritt. Der Weg endete im Spätsommer 2012  ohne irgendeinen weiteren Hinweis an der Schnellstraße am Rande der Stadt Porec, (Vielleicht kommt da ja noch etwas?). Der letzte Abschnitt der Strecke zwischen Vizinada und Porec ist nicht mehr so spektakulär wie die Strecke durch die Berge zwischen Buje, Motovun und Vizinada, sondern führt durch ein durch Landwirtschaft und Viehweiden geprägtes Gebiet.

Allein die Länge der jetzt ausgebauten Strecke von etwa 116 Kilometern ist bei dieser Wegbeschaffenheit eine Herausforderung . Eine Unterteilung in mindersten zwei Abschnitte ist empfehlenswert, wenn man noch etwas von der Region erkunden will. Die grandiose Berglage der Orte Groznjan und Motovun oder die etwas entlegene Trüffelregion von Livade im Mirnatal bieten einen bemerkenswerten Kontrast zu den Ortschaften der Küstenregion mit ihrem florierenden Tourismus oder den alten Salinen an der Flussmündung der Dragonja bei Secovlje.

Anreise: Von Triest (Bhf.) aus ist die Anreise auch per Fahrrad möglich, Strecke ca. 17 km bis nach Spodne Skofije. Über Anreisemöglichkeiten mit dem Autobus ist mir leider nichts bekannt.

Stationen:

(Triest) - Muggia - Grenze Ital./Slow. -Spodnje Skofije – Dekani - Koper - Izola - Portoroz – Secovlje - Grenze Slow/Kroat. - Markovac - Kaldanija - Buje - Triban - Groznjan - Kostanjica - Zavrsje - Oprtalje - Livade - Motovun - Karojba - Rakotule - Vizinada - Baldasi - Markovac - Visnjan -  Nova Vas - Porec (Parenzo)


Steckbrief des Bahntrassenradwegs "Parenzana" - Weg der Gesundheit und Freundschaft"

Geographische Lage: (Italien) - Slowenien - Kroatien, grenzüberschreitender Radweg von der Italienischen Grenze bei Triest nach Slowenien und Kroatien.
Start/Ziel: Muggia - Grenze bei Spodnje Skofije (Slowenien) - Vizinada (Kroatien) - Porec
Anfahrt/öffentliche Verkehrsmittel:
Triest (Bahnhof)
Länge
: 116 km
Höhendifferenz: Meereshöhe in Muggia -  im Ort Skofije 63 m ü.NN - 1. Scheitelpunkt Groznjan 293 m ü.NN - Mirnatal bei Livade 13 m
ü.NN - 2. Scheitelpunkt Vizinada 265 m ü.NN - Porec Meereshöhe.
Beschilderung: unterschiedliche Beschilderung in den beiden Ländern
Oberfläche: Asphalt (Slowenien), Weg, Schotter/Splitt/Lehm (Kroatien)

Streckenführung: (Triest) - Muggia - Grenze Ital./Slow. -Spodnje Skofije – Dekani - Koper - Izola - Portoroz – Secovlje - Grenze Slow/Kroat. - Markovac - Kaldanija - Buje - Triban - Groznjan - Kostanjica - Zavrsje - Oprtalje - Livade - Motovun - Karojba - Rakotule - Vizinada - Baldasi - Markovac - Visnjan -  Nova Vas - Porec (Parenzo)

Bauwerke: 7 fahrbareTunnel und 6 Viadukte, besonders im Abschnitt Groznjan - Livade und Motovun - Vizinada

Schwierigkeitsgrad: mittel, teils schlechter Fahrbahnzustand in Kroatien,

Eignung: alle Fahrräder (Slowenien), MTB/ATB (Kroatien)

Ehemalige Bahnstrecke: "Parenzana" Triest - Porec (Parenzo), kurz TPC (Trieste - Parenzo - Canfanaro), Schmalspurbahn 760 mm Spurbreite, Länge der Strecke 123 km , von 1902 - 1935 in Betrieb. Höchstgeschwindigkeit ca. 31 kmh. Durchschnittsgeschwindigkeit ca. 25 kmh.
Bauwerke: 35 Bahnhöfe, 9 Tunnel, 6 Viadukte, 11 Brücken

Bedeutung des Radwegs:
Der grenzüberschreitende Radweg der "Gesundheit und Freundschaft" war als Drei- Länder-Radweg geplant und von der EU mit Interreg IIIA- Mitteln in den Jahren 2004-2006 (-2013) in Slowenien und Kroatien realisiert.

Weitere Bahntrassenradwege:
Rosandratal-Radweg (Triest - Hrpelje-Kozina, It, Slov.), Alpe-Adria-Radweg (Teilstück Cervignano-Grado, Teilstück "Pontebbana" bei Tarvisio) und Tarvisio - Fusine - Kranjska Gora - Mojstrana (It, Slov.)

Sehenswürdigkeiten: Ortschaften und Berglandschaft Istriens (z.B. Groznjan, Motovun u.a.), Umag und Küste bei Savudrija, Salzfelder (Salinen) von Secovlje, und viele andere.

Unterkunft:
in den Ortschaften, z,B. Triest, Koper,
Volpia (bei Buje), Livade, Motovun und in den Küstenorten. .

GPS-Track:
ParenzGesamt.gpx
(Download mit Rechtsklick, Ziel speichern unter..)

   

Strecke mit Google Earth ansehen und GPS-Track (gpx) Download:


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[GPSLogo.jpg] (Download mit Rechtsklick, Ziel speichern unter..)

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Tunnel bei Zavrsje

Beschilderung der "Parenzana" in Kroatien

   

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Höhenprofile:

 

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Bilddokumentation und Beschreibung: Abschnitt 1 - Italien und Slowenien

 

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Wir beginnen unseren Ausflug am alten Bahnhof Triest Campo Marzio, wo auch die Bahnstrecke nach Parenzo/Porec begann. In dem altehrwürdigen Gebäude ist das Eisenbahnmuseum untergebracht. Die unorthodoxen Öffnungszeiten 2011: Mittwoch, Samstag, Sonntag 9-13 Uhr.

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Die Stadt Triest ist unbedingt einen Besuch wert, am Canale Grande genießt man an Sommernachmittagen das südländische Flair bei Wein oder Prosecco und Pasta . Das Ambiente der Stadt wusste wohl auch schon James Joyce (1882 -1941) zu schätzen, dessen Statue unweit an der Brücke über das rege Treiben wacht (...la mia anima è a Trieste...)

In Italien ist die alte Bahnstrecke nicht ausgebaut. Die Situation ist für den Ortsfremden unübersichtlich, da große Abschnitte der alten Bahnstrecke in den Industrie- und Hafenanlagen der Stadt verschwunden sind. Neu ist der Ausbau eines kurzen Abschnitts auf italienischer Seite nahe der slowenischen Grenze. Von Triest aus muss man sich mit dem Fahrrad in Richtung Muggia "durchschlagen". Noch vor dem Ort Muggia überquert die Küstenstraße (Via di Trieste) den Rio Ospo, nach der Brücke links abbiegen und dem Fluss aufwärts folgen
 Auf Nebenstraßen und einem kurzen neuen Abschnitt des Radwegs überquert man die Grenze nach Slowenien, ab dort ist die Strecke beschildert. Es geht mäßig bergauf nach Spodnje Skofije. Hier kann man gut in den Radweg einsteigen, wenn man mit dem Auto anreist.

Die Trasse in Slowenien ist asphaltiert. In den dicht besiedelten Gebieten um Koper, wo seit der Stilllegung 1935 einige Abschnitte überbaut wurden, ist der Bezug zur Bahnstrecke oft nur schwer zu erkennen. Nur die alten Bahnhöfe, die in massiver Steinbauweise erstellt wurden, markieren den Weg der alten Bahnstrecke.


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Zunächst muss man von Triest aus die Bucht von Muggia erreichen. Noch vor dem Ort Muggia überquert man den Rio Ospo. Direkt nach der Brücke geht es links ab.

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Auf dem Seitenstreifen fährt man relativ gefahrlos Richtung slowenische Grenze. Rechts halten durch die Ansiedlung! (war 2012 noch nicht beschildert). Nach kurzer Fahrt erreicht man eine Abzweigung (Schild). Hier in Gegenrichtung der Beschilderung rechts den Berg hinauf auf die Trasse!

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Beginn des neuen Abschnitts, noch nicht beschildert. Der Teer ist fast noch warm!

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Unverkennbar die alte Bahntrasse der Parenzana. TPC- Triest-Parenzo-Canfaro, so hieß die Strecke offiziell.  Das könnte Kilometer 14,8 von Triest aus sein.

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Unbemerkt haben wir die Grenze überquert. Hier ist der Ausbau schon etwas älter. Die Fahrbahn durch einen Mittelstreifen geteilt und weist schon einige Schäden auf.

 

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In Slowenien ist der Radweg als D-8 beschildert. Schon 2006 wurde das Projekt hier umgesetzt, wie auf dem Schild zu lesen ist.

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Die Autobahn verschwindet in einem Tunnel, wir folgen der Beschilderung links ab in den Ort Spodnje Skofije. Über eine aufwändige Brücke führt den Radweg in den Ort. Wir folgen der Beschilderung durch den Ort. Noch vor dem Ortsausgang biegt man nach links ab und an der Schule rechts durch das Wohngebiet. Die Beschilderung ist nicht ganz einheitlich, in jedem Fall ist D-8 richtig!

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Der Beginn des Radweges auf der Trasse ist eher unspektakulär - aber mit Pfostensperre und Pollern. Die Fahrbahn ist asphaltiert.

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Von hier oben hat man einen weiten Blick auf die Ebene Richtung Koper. Die Strecke ist gut gepflegt, die Schilder an der Bank machen klar, wer der Geldgeber des Ausbaues war.

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Die Abfahrt führt durch ein Wäldchen, Vorsicht auf die Sperren!

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Rechts ab über die Brücke, die Autobahn wird überquert (Beschilderung nicht ganz eindeutig). Vorbei an einer Fabrik, dann über die Straße (10).

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Bahnhof Decani, Bahn-Kilometer 17,6 von Triest. Das Schild ist teilweise durch die Äste des Baumes verdeckt.

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Kerzengerade geht es durch die Auen des Rizana-Flusses. Die Planken der kleinen Brücke sind schon erneuerungsbedürftig!

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Die alte Eisenbrücke über den Fluss wurde durch eine Holzkonstruktion ersetzt.

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Die gut ausgebaute Trasse führt Richtung Koper. An der Straßenkreuzung bei der Autobahn ist der Ausbau schon wieder zuende.

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Parallel zur Autobahn und zur Bahnlinie führt die Strecke zunächst auf der Straße, dann auf einem Radweg nach Koper. Etwas kniffelig, aber recht gut markiert geht es in die Stadt.

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Der alte Bahnhof Koper ist heute Teil eines Blumenladens!

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Durch Koper muss man sehr aufpassen, dass man die Beschilderung nicht übersieht oder falsch interpretiert. (Trotz Nachfragens haben wir uns das erste Mal verfahren.) Am Kanal entlang geht es stadtauswärts.

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Hier ist der Radweg aufwändig ausgebaut, ein paar Meter weiter bestand 2011 eine Sperrung wegen Brückenbau (lokale Umfahrung). Am Fahrradkreisverkehr erreichen wir die Bucht von Koper. Geradeaus über eine Brücke kann man noch einmal in die Altstadt fahren, links ab führt der Radweg nach Izola.

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Wo heute Massen von Autos vorbeirasen, fuhr früher die alte Eisenbahn.

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In Izola erwartet uns eine Streckenführung über ein kurzes Stück holprigen Feldweg. Genausogut kann man aber auch auf der Straße weiterfahren und später links auf den Radweg abbiegen. Am Ortsende ist die Strecke wieder asphaltiert, wir erreichen wieder die alte Bahntrasse. (siehe GPS-Track)

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