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Kantabrien (span.: Cantabria)

 

Im Kantabrien gibt es bisher 5 Vías Verdes, 3 davon nicht ausgebaut, aber auch diese drei recht gut befahrbar und teils beschildert(Stand 2011). Die vier kurzen Strecken der ehemaligen Minenbahnen treten (längenmäßig) in den Hintergrund im Vergleich mit der 34 km langen Strecke entlang des Rio Pas. Während die kurzen Strecken auf wagemutigen Pisten in die Berge führen, folgt die "Vía Verde del Pas" dem breiten Flusstal. Die Gebirgsstrecken führen durch Tunnel und eine wilden und einsamen Landschaft, die Talstrecke folgt dem unvebauten Flussbett und überquert den Flusslauf auf einer mächtigen Stahlbrücke.
Auch einige Bahnhöfe sind an den alten Strecken erhalten geblieben, besonders schön ist der Bahnhof des Kurorts "Puente Viesgo" restauriert.
Die kurzen Radwege auf den beiden Minenbahnen "Via Verde de Castro Alen" und
"Via Verde de Castro Traslaviña" werden auch unter dem Namen "Vias Verdes de Castro Urdiales" zusammengefasst.

Auch die Küstenregion war vom Bergbau geprägt, wie die Minenbahn und heutige Vía Verde de Piquillo zeigt.  Eine Attraktion nahe der Stadt Castro Urdiales - direkt im Grenzgebiet zum Baskenland - , ist die Ruine einer ehemaligen Verladerampe aus Metall (Cargadero), über die das Eisenerz aus den Stollen an der Küste auf die Schiffe verladen wurde. Der für Fußgänger eingerichtete Themenweg "Itinerario Peatonal del Antiguo Cargadero" bei Mioño (bei Castro Urdiales) zeigt in beindruckender Weise die alten Minenanlagen mit Ihren Stollen, Tunneln und den monströsen Metallausleger, der weit in den Atlantik hinausragt. Auch hier gibt es alte Minenbahnen, deren Gleise die die von Pferden gezogenen Loren mit dem Eisenerz trugen.

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1. Via Verde del Pas ( 34 km)

Die stillgelegte Bahnstrecke Astillero - Ontaneda ist die Basis für diesen Radweg, der das Bergland Kantabriens mit der Bucht von Santander bei Astillero verband. 35 km lang war die alte Bahnstrecke, die 1902 eröffnet und in zwei Etappen zwischen 1973 und 1976 stillgelegt wurde.
Man kann die Strecke in 3 Abschnitte unterteilen, die sich durch die Qualität stark unterscheiden. Wenn man die Fahrt in Ontaneda in einer Höhe von rund 165 m ü. NN beginnt, folgt man dem Río Pas talwärts nach Puente Viesgo, einem bekannten Badeort der Region. Dieser obere Abschnitt ist landschaftlich und von der Streckenführung her sehr empfehlenswert. Wenige Kilometer weiter talwärts, etwa bei Pomaluengo, verlässt der Radweg den Fluss und folgt der Nationalstraße N-634 bis nach Sarón. Dieser mittlere Abschnitt der Strecke ist etwas lückenhaft und schlecht beschildert und ist geprägt von hohem Verkehrsaufkommen auf der Nationalstraße. Die Überquerung ist eine gefährliche Angelegenheit, selbst in den Ortschaften. Der untere Abschnitt des Radwegs über Obregón bis Astillero bietet wieder feinstes Radeln, auch wenn man an manchen Stelllen schon genau auf die Beschilderung achten muss. Schließlich erreicht man die Ría Solía in der Bucht von Santander und den Ortsrand von Astillero, wo der Radweg recht unspektakulär endet.

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2. Via Verde de Castro - Alén ( 5,5 km) - Vias Verdes de Castro Urdiales

Der erste von zwei kurzen Radwegen folgt einer Minenbahn vom Ort Santullán zu den Verladeeinrichtungen der Minen von Alén in den Bergen bei Callejamala. Wagemutig verläuft die holprige Trasse an der steilen Bergflanke entlang und führt durch tiefe felsige Einschnitte. Die entlegene Landschaft an der Grenze zum Baskenland ist nach dem Niedergang der Bergbauindustrie vom Holzanbau (Eukalyptus) geprägt (die Strecke wird in Teilabschnitten von den Transportfahrzeugen benutzt), der Geruch der Bäume ist allgegenwärtig. An den Ruinen der alten Anlagen endet die Trasse mitten im Eukalyptuswald, ein Waldweg führt weiter aufwärts in die Berge.

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3. Via Verde de Castro - Traslaviña ( 8,4 km) - Vias Verdes de Castro Urdiales

Der zweite der zwei kurzen Radwege beginnt am südöstlichen Stadtrand von Castro Urdiales und führt über Otañes ins kantabrische Gebirge nahe dem Pass von Las Muñecas. Der Weg endet noch vor dem verlassenen Minengebiet von Herreros, das ebenso wie der gleichnamige, unpassierbare Tunnel von der undurchdringlichen Vegetation verschluckt wurde.
Im unteren Abschnitt wurde kürzlich der Tunnel von
Mioño (oder: Tunnel von Valverde ) ausgebaut, ein ca. 400 m langes Bauwerk, das dem Radler den Anstieg nach Santullán erheblich erleichtert. 

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4. Via Verde del Pilugo / Pelurgu ( ca. 3 km)

Mit nur 3 km Länge ist diese Vía Verde vor allem etwas für Wanderer. Da die "Fahrbahn" auf der alten Minenbahn recht naturbelassen ist und streckenweise die Nägel der Gleisbefestigungen noch herausragen, würde ich allenfalls MTB-Fahrern diese Strecke empfehlen. Zu Fuß ist diese Vía Verde aber ein echter Genuss!
Die Route beginnt in der Nähe der Stadt Cabezón de la Sal, bei der Ansiedlung La Gandara nahe dem Ort Udías und führt zur verlassenen Mine von Peñamontero. Diese Mine liegt in einer Karstlandschaft im Küstengebirge, nur ca. 4 km Luftlinie vom Meer entfernt. Beeindruckend sind vor allem die zwei schmalen Tunnel (unbeleuchtet) und die enge Furche mit den senkrechten Wänden, die die alte Bahnstrecke in der Landschaft hinterlassen hat. Die einsame Karstregion mit ihren Dolinen und den
verlassenen Ruinen der alten Minenanlage verbreiten eine ganz eigene Stimmung.

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5. Via Verde del Piquillo ( ca. 2,2 km)

Grenzüberschreitend zwischen Kantabrien und dem Baskenland (Provinz Bizkaia) verläuft diese kurze Vía Verde direkt an der Steilküste des Antlantik. Die Zufahrt von der Stadt Castro Urdiales aus ist etwas unübersichtlich, der Startpunkt ist ein Parkplatz nordöstlich des Ortes Ontón, der auf der alten Nationalstraße Richtung Bilbao erreicht werden kann. Aufgrund der kurzen Strecke bietet sich auch hier eine Wanderung an. Bei widrigen Wetterbedingungen kann die Strecke nicht begangen werden, es hat bereits einen Bergrutsch gegeben und der einzige und kurze Tunnel musste abgestützt werden.
Die Ausblicke von der Höhe der Steilküste hinaus auf den Atlantik sind unvergleichlich, der Kontrast zwischen den kahlen Bergen und dem Meer machen die Strecke zu einem Erlebnis. Die Ruinen der alten Minen- und Verladeanlagen zeugen von der Bedeutung der Bergbauindustrie für diese Region.

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6. Itinerario Peatonal del Antiguo Cargadero de Mineral de Dícido

Vom Ort Mioño in der Nähe von Castro Urdiales aus erreicht man zu Füß die alten Minenanlagen der Küste bei Dicido. Schon von Weitem erkennt man ein gewaltiges Stahlgerüst, das seinen rostigen Arm auf den Atlantik hinausreckt: Es ist die dritte Version einer Verladerampe, eines 45 m langen Monsters mit 300 Tonnen Gewicht. Bis in die 1970er Jahre wurden hier Tonnen von Erz aus den Minen der Region auf  Schiffe verladen.
Zur Erinnerung an vergangene Zeiten, in denen der Bergbau in dieser Region dominierte, hat man einen Themenweg ("Ruta Verde") eingerichtet, der rund einen Kilometer durch die Tunnel und über steile Treppen zu den alten Anlagen führt. Ein Grubenpferd, das eine Lore mit Erz über die rostigen Gleise zieht, erinnert am Strand von Dicido an das mühselige Leben in einer vergangenen Epoche, während heute die Wellenreiter dort ihre Herausforderung suchen.

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