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Extremadura


In dieser im Westen Spaniens gelegenen autonomen Gemeinschaft, die sehr dünn besiedelt ist, gibt es bisher nur einen einzigen Bahntrassenradweg: die "Via Verde de las Vegas del Guadiana y las Villuercas" (auch als Camino Natural gleichen Namens bezeichnet). Die Gegend zu Beginn des Radwegs in Villanueva de la Serena ist geprägt von der weiten Ebene des Rio Guadiana und dessen Nebenflüssen. Große Stauseen halten das Wasser für die Bewässerung der Felder zurück. Weiter nördlich trifft der Bahntrassenradweg auf das Gebirgsland der Villuercas und die Ausläufer der Sierra de Guadalupe.

Im Sommer wird es sehr heiß, selbst Mitte September hatten wir Temperaturen von 30 Grad und mehr. Die Strecke führt durch ein entlegenes Gebiet abseits jeder Straße. Hier leben noch seltene Tierarten, unter anderem der Schwarzstorch, der Habichtsadler, sowie die Ginsterkatze.

 

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Aufgrund der dünnen Besiedlung sind die Entfernungen zwischen den einzelnen Versorgungspunkten entlang des Radwegs recht groß. Am Radweg selbst gibt es keine Verpflegung oder Trinkwasser, im ersten Abschnitt kann man noch Abstecher in die nahe gelegenen Dörfer unternehmen. Hinter Madrigalejo gibt es keine sinnvolle Versorgungsmöglichkeit mehr bis nach Logrosán. Man sollte auf jeden Fall ausreichend Verpflegung, insbesondere Getränke/Wasser mitführen. Die Wettereinflüsse der Region (Wind!) können die Fahrzeit erheblich verlängern.

 

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Die Brücke über den Guadiana

Der alte Bahnhof von Rena

 

Via Verde (Camino Natural) de las Vegas del Guadiana y las Villuercas ( 57 km)

Diese Via Verde führt von Villanueva del la Serena Richtung Nordosten nach Logrosán. Sie verläuft fast vollständig auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Villanueva und Talavera de la Reina, mit Ausnahme eines kurzen Abschnitts zwischen den Vororten von Villanueva und der Brücke über den Guadiana und einem kurzen Abschnitt vor dem Bahnhof Rena. Die größten Bauwerke der Strecke sind die drei Brücken über das Tal des Rio Guadiana. Es gibt in diesem Abschnitt keine Tunnel, aber zahlreiche Einschnitte und Brücken über die Trasse. Dia alten Bahnhöfe sind sämtlich Ruinen.

Die alte Bahnstrecke mit einer Gesamtlänge von 168 km wurde nie fertig gestellt. Nach Beginn der Arbeiten zwischen 1928 und 1930 wurde die Strecke (nach der Unterbrechung durch den Spanischen Bürgerkrieg) 1962 endgültig aufgegeben. Sie bestand aus drei Abschnitten. Der nördliche Abschnitt zwischen Calera y Chozas (südlich von Talavera) und Santa Quiteria (Bei Puerto de San Vicente) ist zur Via Verde de la Jara ausgebaut.
Der
mittlere Abschnitt durch die Sierra de Guadalupe blieb unvollendet. Vom längsten Tunnel, dessen Länge 2264 m betragen sollte, wurden nur einige 100 m fertig gestellt. Zwei weitere Tunnel, 896 m und 568 m mussten gebaut werden, um die gebirgige Landschaft zu überwinden. Das größte Bauwerk dieses Abschnitts ist das Viadukt über den Rio Guadalupejo (kurz vor Guadalupe), das sich mit 230 m Länge hoch über das Flusstal spannt. Mit 11 Bögen, davon 4 mit 40 m Breite, ähnelt es dem Viadukt von Azutan, auf dem die Via Verde de la Jara den Tajo überquert. (Quelle: Federation Castellano Manchega de Amigos del Ferrocarril). Scheitelpunkt der Strecke war der Bahnhof von Santa Quiteria (Via Verde de la Jara) mit 675 m ü.NN.

 

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Das Viadukt von Guadalupe Der verlassene Bahnhof von Cañamero

 

Der Ausbau des mittleren Abschnitts zur Via Verde und damit die Verbindung der beiden bestehenden Radwege Via Verde de la Jara und Via Verde de las Vegas del Guadiana zu einem gemeinsamen Radweg von etwa 160 km Länge ist bereits beschlossen und in der Planung (Stand Sept. 2008)

Der südliche Abschnitt, die Via Verde de las Vegas del Guadiana, wurde erst im August 2007 offiziell eröffnet, obwohl mit dem Ausbau bereits 2005 begonnen wurde. Der Zustand des Weges ist unterschiedlich, von  Asphalt über einige steinige Passagen  bis hin zum zugewachsenen Trampelpfad. Vor allem der Abschnitt zwischen Rena und  dem neuen Abschnitt vor Madrigalejo ist ungepflegt und zugewuchert. Hier bietet sich die parallel verlaufende wenig befahrene Landstraße als Ausweichmöglichkeit an. Der größte Teil der Strecke ist mit einer Oberfläche aus Splitt und Teer befestigt. Dieser lose Splitt bietet einen erhöhten Rollwiderstand und es besteht Rutschgefahr. Die Beschilderung des Weges ist gut, man kann sich kaum verfahren. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 10 km/Stunde, an die sich wohl niemand hält, ist reichlich weltfremd, ebenso wie die Stoppschilder und die Aufforderung zum Absteigen an den einsamen Kreuzungen. Überhaupt haben wir nur sehr wenige Radler auf der ganzen Strecke getroffen. Es gibt einige Rastplätze, allerdings ohne Sonnen- oder Wetterschutz, einige Rastplätze sind sehr verschmutzt und wenig einladend. Besonders im ersten Abschnitt macht der Radweg einen sehr vernachlässigten Eindruck.

Die langen Geraden des Radwegs im unteren Teil sind zunächst etwas öde, aber mit zunehmendem Anstieg in die Berglandschaft wird der Weg abwechslungsreicher.

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