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Baskenland (span.: País Vasco; bask.: Euskal Herria)

 

Im Baskenland gibt es eine ganze Reihe von Radwegen auf ehemaligen Bahntrassen, großenteils ehemalige Minenbahnen. Von der Atlantikküste aus ist meist ein erheblicher Höhenunterschied zu bewältigen, so dass reichlich Tunnel und Brücken zum Bau der Strecken erforderlich waren. Die üppige Vegetation der Landschaft weist auf die häufigen Regenfälle hin, die dem Radler zu schaffen machen können, besonders wenn die Oberfläche der Radwege nicht asphaltiert ist (siehe später bei den Wegbeschreibungen).

Der Küstenbereich des Baskenlandes ist vor allem im Umfeld der großen Städte dicht bevölkert, Überbauungen durch Gebäude und Straßen haben manchen Trassen arg zugesetzt, der innerörtliche Verlauf ist dort meist kaum noch erkennbar, allenfalls an den Straßennahmen.

Eine Sonderstellung nehmen die längeren Radwege ein, die die Grenze zu die benachbarten Provinzen überschreiten. Insbesondere die Viía Verde del Plazaola und die Vía Verde del Ferrocarril Vasco-Navarro, die das Baskenland mit Navarra verbinden, sind hier zu nennen.

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Im Herbst 2007 haben wir zwei der längsten und schönsten Bahntrassenradwege der Region befahren, die Via Verde de Galdames (auch Camino Natural de Atxuriaga a Gallarta)und die Via Verde de Urola.

Grenzüberschreitend zwischen dem Baskenland (Guipúzcoa) und Navarra ist eine der langen Vias Verdes, die Via Verde del Plazaola - hier bei der Region Navarra beschrieben, auf einer Länge von 40 km zwischen Lekunberri und Andoain befahrbar. Attraktion ist unter anderem der Tunnel von Uitzi, mit 2,7 km bald der längste Fahrradtunnel Europas, wenn er fertig ausgebaut ist.

Ebenfalls zwischen dem Baskenland und Navarra verkehrte die Bahnlinie Ferrocarril Vasco-Navarro, die heute zum Radweg umgebaut ist und in mehrere Abschnitte unterteilt ist. Die Verbindung zwischen der baskischen Haupstadt Vitoria-Gasteiz und der Stadt Estella in Navarra ist leider nicht vollständig auf der Trasse fahrbar, da der Tunnel von Laminoria, der im Bereich eines großen Steinbruchs liegt, überflutet wurde (eine Umfahrung ist beschildert aber mühsam). Nach dem weiteren Ausbau der Strecke und der Integration der Vía Verde de Maeztu sind inzwischen 46 Kilometer an einem Stück als Vía Verde del Ferrocarril Vasco-Navarro II befahrbar.

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1. Via Verde de Galdames ( 19 km)

Von der Küste bei Bilbao, etwas oberhalb des Hafenorts Portugalete, bei Urioste, startet dieser Radweg in die Berge des Baskenlandes. Auf der Trasse einer alten Minenbahn, die das Eisenerz aus dem Hinterland zur Küste transportierte, fährt man zunächst auf einer breiten, roten „Fahrradautobahn“ ohne viel Mühe bergauf. Nach dem Ort Gallarta geht es auf fast ebener Trasse in eine Berglandschaft, in der noch die Reste der alten Minenanlagen in der üppigen Vegetation zu entdecken sind. Die letzten 8 der insgesamt 19 km sind nicht mehr asphaltiert.

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2. Via Verde de Urola ( 22 km)

Im bergigen Hinterland zwischen San Sebastián und Vitoria-Gasteiz liegt ein unbekannter Bahntrassenradweg in einer früher von Eisenindustrie geprägten Landschaft. Auf 22 km zwischen Legazpi und Azpeitia führt ein lohnenswerter Radweg auf der Trasse einer alten Eisenbahn über 13 Brücken und durch 19 Tunnel aus dem Bergland Richtung Küste. Dem einen oder anderen wird der Ort Loiola (Loyola) bei Azpeitia als Geburtsort des Jesuitengründers bekannt sein. Der größte Teil des Weges ist nicht asphaltiert, aber auf der Lehm/Kies- Decke lässt sich mit jedem stabilerem Fahrrad (keine schmalen Rennreifen! ) gut fahren.

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Vía Verde del Plazaola (2. Abschnitt)V.V. del Plazaola 3

Dieser Radweg ist auf der Seite von Navarra beschrieben, da der erste Teil der Strecke auf dem Gebiet von Navarra liegt.

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4. Vía Verde del Bidasoa (36 km)

An der Grenze des spanischen Baskenlandes, in den Provinzen Gipuzkoa und Navarra, folgt ein Radweg entlang des Flusses Bidasoa einer alten Eisenbahnstrecke in die Berge der Pyrenäen. 36 km durch eine wildromatische Landschaft, durch 8 Tunnel und abseits des motorisierten Verkehrs, erhält man einen Einblick in diese Region im Grenzgebiet zu Frankreich. Die Strecke ist für alle Fahrräder außer Rennräder geeignet. Obwohl die Beschilderung fehlt, kann man sich kaum verfahren, da die Strecke stets dem Flusslauf folgt.

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5. Vía Verde de Arditurri (11 km)

Der Radweg auf der Trasse einer alten Minenbahn entlang der Flüsse Oiartzun und Arditurri führt von der Bucht von Pasaia in die Berge des Naturparks Aiako Harria und zu den alten Eisenminen der Region. Nur 11 Kilometer lang, aber mit 7 beleuchteten Tunneln ausgestattet, ist die Strecke in jedem Fall eine Empfehlung wert.

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6. Vía Verde del Ferrocarril Vasco - Navarro I (17 km + 3 km zum Kloster Estíbaliz)

Der erste Teil der Vía Verde del Ferrocarril Vasco-Navarro verbindet die Hauptstadt des Baskenlandes Vitoria-Gasteiz mit dem Tunnel von Laminoria und dem Pass von Gereñu.Von dort aus erreicht man (auf mühevoller Umfahrung die Ostseite des gesperrten Tunnels und den 2. Teil des Baskisch-navarrischen Bahnstrecke. 6 Kilometer vom Beginn der Vía Verde zweigt ein 3 km lange Nebenstrecke zum Kloster Estibaliz ab.

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7. Vía Verde del Ferrocarril Vasco - Navarro II (46 km)

Der zweite Teil der Vía Verde del Ferrocarril Vasco-Navarro, der in der Nähe des Ortes Maeztu und auf der östlichen Seite des gesperrten Tunnels von Laminoria beginnt, ist inzwischen auf einer Länge von 46 km befahrbar. Höhepunkte sind das Víadukt von Arquijas (30 m hoch) und der Tunnel von Acedo (1,4 km lang).

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8. Vía Verde del Zadorra (15 + 2 km)

Ein weiterer Abschnitt der Vía Verde del Ferrocarril Vasco-Navarro wird in den offiziellen Führern auch als Vía Verde del Zadorra bezeichnet, weil er dem gleichnameigen Fluss von Vitoria-Gasteiz aus in die Berge an die Grenze der Provinz Álava nach Guipúzcoa führt. Vorbei am Stausee von Ullibarri-Gamboa geht es zum Pass von Árlaban.

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9. Vía Verde de los Vascongados (13,7 km)

Noch nicht im offiziellen Führer der Vías Verdes verzeichnet ist dieser Radweg auf der alten Bahnstrecke zwischen Durango und Zumárraga im bergigen Hinterland zwischen Bilbao und San Sebastian. Eine anfangs ruppige Piste führt aus den Bergen zu einem fein asphaltieren Radweg entlang des Río Deva. Eine Verbindung nach Zumárraga zum Anschluss an die Vía Verde de Urola war in Aussicht gestellt, aber bisher nicht realisiert. Grandiose Aussichten, einsame Landschaften und die Tunnel der alten Bahnstrecke sind der Lohn für die etwas schwierige Anfahrt.

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