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BahnradwegHessen


Im Jahr 2009 wurde ein Projekt umgesetzt, das die großen Bahntrassenradwege der Region in Nord- und Osthessen (und Thüringen) zu einem großen Radfernweg zusammenfasst. Von Hanau bis nach Bad Hersfeld wurden nach offiziellen Angaben 245 Kilometer Radweg auf alten Bahntrassen und deren Verbindungen ausgeschildert und mit Informationstafeln versehen. Hinzu kommt noch die Strecke von Hartmannshain über Wächtersbach zurück nach Hanau. Fünf Bahntrassenradwege (und der Abschnitt des Hessischen Radfernwegs R3 von Hanau nach Wächtersbach entlang der Kinzig (Main-Kinzig-Radweg, Hessischer Radfernweg R3), sowie der Abschnitt des Hessischen Radfernwegs R1 (von Fulda nach Schlitz) wurden miteinander verbunden: Vulkanradweg, Vogelsberger Südbahnradweg, Milseburgradweg, Ulstertalradweg und Solztalradweg.


Die Auswahl erscheint etwas willkürlich, da der Kegelspielradweg, einer der neuesten und schönsten Radwege der Region, nicht in das Projekt eingebunden wurde. Rundkurse sind möglich, besonders wenn man die Radfernwege R1, R3 und R7 in seine Route einbezieht.
Geschätzt verläuft knapp die Hälfte der Gesamtstrecke auf Bahntrassen, der Rest besteht aus vorhandenen Radwegen, Wirtschaftswegen und Nebenstraßen. Da die Lückenschlüsse zwischen den einzelnen Radwegen nicht auf Bahntrassen verlaufen, muss hier auch mit etwas stärkeren Steigungen gerechnet werden, diese Abschnitte sind weniger familientauglich. Dies betrifft auch den Vogelsberger Südbahnradweg, der von Wächtersbach nach Hartmannshain einen erheblichen Höhenunterschied aufweist und nur in kurzen Abschnitten auf der alten Bahntrasse verläuft. In den Flusstälern von Kinzig und Fulda sind keine nennenswerten Steigungen zu überwinden.
Der größte Teil der Radwege ist befestigt (Asphalt, Beton, Verbundpflaster), dazwischen finden sich aber immer wieder einmal Feld- und Waldwege, besonders abseits der "echten" Bahntrassenradwege.


Der Streckenverlauf ist weitgehend frei von motorisiertem Verkehr, einige kurze Abschnitte auf den Radfernwegen und Abschnitte in den Ortschaften verlaufen auf Straßen, auf manchen Abschnitten ist mit landwirtschaftlichem Verkehr zu rechnen. Der "BahnradwegHessen" darf somit größtenteils als familiengeeignet gelten.
Alles in Allem bereichert das Projekt "BahnradwegHessen" das Radwegenetz der Region in bemerkenswerter Weise. Da meist keine neuen Radwegabschnitte hierfür gebaut wurden, sind Kritikpunkte die etwas umständliche Streckenführung unter Benutzung der vorhandenen Wirtschaftswege ("Zickzack) und die Tatsache, dass auf kurzen Abschnitten Autoverkehr in Kauf genommen werden muss (Risiko für Familien mit kleinen Kindern), sowie nicht asphaltierte Abschnitte (ungeeignet für Skater und Räder mit schmalen Reifen).
Auf den Abschnitten der Radfernwege dürften etwas mehr Rast- und Schutzhütten vorhanden sein.

 

Anreise:

Die Anreise zum "BahnradwegHessen" mit der Bahn ist an vielen Punkten möglich, Informationen hierzu findet man auch auf den offiziellen Seiten. In der folgenden Beschreibung wird hierauf auch noch eingegangen.
Im folgenden werden die Strecken des "Lückenschlusses" beschrieben, Informationen und Bilder zu den einzelnen Bahntrassenradwegen findet man auf den entsprechenden Seiten der Radwege.
Seit Anfang 2010 hat der "BahnradwegHessen" eine eigene offizielle Seite, auf der man weitere Informationen und Karten findet.

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Infotafel zum BahnradwegHessen und Schild mit Kilometer- und Höhenangaben

1. Etappe (ca. 93 km):


Die Kilometrierung des BahnradwegHessen beginnt in Bad Hersfeld am ehemaligen Haltepunkt der Solztalbahn. Wenn man die ganze Strecke fahren will, scheint eine Unterteilung zweckmäßig. Knapp 100 Kilometer beträgt die erste Etappe über Schenklengsfeld, Philippsthal, Tann und Hilders nach Petersberg-Götzenhof (bei Fulda). Diese Strecke umfasst die Bahntrassenradwege Solztalradweg, Ulstertalradweg und Milseburgradweg. Der größte Teil dieses Abschnitts verläuft direkt auf den ehemaligen Bahntrassen oder in deren unmittelbarer Nähe (Umfahrungen in einigen Ortschaften wegen Überbauung). Abseits der Bahntrassenradwege verläuft die Strecke von Schenklengsfeld ins Werratal.

Anlass zu Kritik geben zwei Teilstücke:
Seit 2011 ist der neue Radweg von Schenklengsfeld/Oberlengsfeld über Wehrshausen/Brücke nach Ransbach fertiggestellt. Damit umgeht man die Fahrt auf der vielbefahrenen L3172, was für die Radler iene wesentliche Verbesserung bedeutet. Der Radweg verläuft hier teilweise direkt neben der alten Bahntrasse. Leider ist in Gegenrichtung ein mäßiger Anstieg nicht zu vermeiden.
Der Abschnitt
Ausbach-Heimboldshausen /Einmündung in die L 3172  verläuft auf der Kreisstraße K11, für mich keine zufriedenstellende Lösung. Insgesamt gesehen wäre eine Streckenführung direkt entlang der alten Bahnstrecke (ohne den Umweg über Ausbach und ohne starke Steigung/Gefälle) wünschenswerter (aber wahrscheinlich auch sehr viel teurer) gewesen.

Die Strecke Esbachsgraben (Tann) - Aura (Hilders) (4,6 km) nutzt die enge Kreisstraße 50 mit reichlich PKW-Verkehr. Die aufgestellten Warnschilder für die Autofahrer sollen die gefährliche Strecke entschärfen.

Weitere Gefahrenpunkte sind die Straßenquerungen über die Bundesstraße 278 vor Borsch, zwischen Günthers und Tann (bisher ein tödlicher Unfall) und die Ortsdurchfahrt in Buttlar (B 84).


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Höhenprofil und GPS-Daten der ersten Etappe von Bad Hersfeld zum Milseburgradweg bei Fulda

2. Etappe (ca. 78 km):


Vom Parkplatz des Milseburgradwegs in Petersberg/Götzenhof führt ein Radweg über Lehnerz in die Innenstadt von Fulda, vorbei am Dom und hinab bis zu den Fuladauen. Dort trifft man auf den Hessischen Radfernweg R1. Alternativ kann man zu Vermeidung der Fuldaer Innenstadt auch vor Lehnerz rechts ab Richtung Niesig fahren. Ein neu gebauter Radweg führt Richtung Horas, wo man wieder auf die Fulda und den R1 stößt. Immer entlang der Fulda fährt man autofrei (bis auf kurze Ortsdurchfahrten) nach Schlitz/Hutzdorf. Dort verlässt man den R1 und folgt dem R7a nach Bad Salzschlirf. Dieser Abschnitt verläuft auf dem Bahndamm eines Teilstücks der ehemaligen Knüllbahnen. In Bad Salzschlirf folgt der Radweg dem Tal der Lauter, ein kurzer Anstieg bis Wartenberg macht keine große Mühe. Lauterbach ist schnell erreicht (Radfernweg R3). Die Weiterfahrt auf dem Vulkanradweg durch den Vogelsberg gehört zu den Höhepunkten des BahnradwegHessen. In Hartmannshain ist der Scheitelpunkt erreicht. Hier hat man Anschluss an den Vogelsberger Südbahnradweg, der ebenfalls ein Teil des BahnradwegHessen ist und der den Radler in flotter Fahrt bergab nach Wächtersbach führt. Nach Hanau führt die 3. Etappe weiter auf der ehemaligen Bahnstrecke durch den Vogelsberg.

An der 2. Etappe gibt es wenig auszusetzen, die Strecke ist landschaftlich ein Genuss! Verbesserungsbedürftig ist allenfalls der unschöne Radweg zwischen Wartenberg-Angersbach und Lauterbach entlang der Bundesstraße 254.

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Höhenprofil und GPS-Daten der zweiten Etappe von Fulda zum Vulkanradweg und nach Hartmannshain.

3. Etappe (ca. 70 km):


Von Hartmannshain aus führt die Strecke bergab. Der Vulkanradweg nutzt die alte Bahntrasse, so dass starke Gefälle (oder Steigungen) vermieden werden. Ausnahme ist der kleine Abschnitt bei Ober-Seemen, wo seit Jahren kein Fortschritt zu sehen ist: Der Verlauf des Radwegs auf der Trasse ist blockiert, das ehemalige Bahnhofsgelände muss umfahren werden. In Ortenberg (ca. 27 km) hat man die Berge erst mal hinter sich. Es folgt eine weitgehend ebene Strecke durch die Wetterau. Zwischen Eichen und Windecken beginnt dann ein Anstieg von gut 50 Höhenmetern. Das "kamelhöckerartige" Höhenprofil zeigt eine Senke und nochmals einen kräftigen Anstieg. Dann rollt man hinab in die Ebene in Richtung Hanau. Hier besteht Anschluss an den Nah- und Fernverkehr der Bahn. Wer möchte, kann auch auf der Schleif des BahnradwegHessen nach Wächtersbach weiterfahren und entweder Richtung Fulda, oder über den Vogelsberger Südbahnradweg wieder hinauf nach Hartmannshain fahren (Diese Strecke hat erhebliche Steigungen und ist "bahntrassenuntypisch"!).

Die Strecke ist insgesamt sehr gut ausgeschildert und gibt insgesamt kaum Anlass zu Kritik. Nur im Bereich Windecken-Eichen würde man sich Verbesserung der Streckenführung wünschen (geplant?).

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Höhenprofil und GPS-Daten der dritten Etappe von Hartmannshain nach Hanau.

 

Die Verbindungsrouten des BahnradwegHessen:

 

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2. Hanau - Altenstadt: Anschluss zum Vulkanradweg

 

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3. Schenklengsfeld - Philippsthal: Verbindung Solztalradweg - Ulstertalradweg

 

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4. Schlitz - Fulda: Verbindung Vulkanradweg - Milseburgradweg

 

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