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Andalusien (Andalucía)

 

 

 In Andalusien gibt es 25 Vias Verdes (offizielle Angabe). Die Gesamtstrecke errechnet sich mit 556,1 km (Stand 2016), bei den von uns befahreren Strecken fanden wir nur geringe Unterschiede zu den offiziellen Angaben (Bsp: V.V. del Aceite, gemessen mit GPS 119 + 6 km, statt 128 km). Der Ausbau- und Pflegezustand der Radwege oder einzelner Abschnitte davon ist sehr unterschiedlich, meist abhängig vom Verlauf in verschieden Provinzen. Viele der neueren Abschnitte verfügen über eine Fahrbahn aus rauhem Asphalt-Splitt-Belag, oder über eine wassergebundene Oberfläche aus verfestigter Erde und Spltt/Kies. Einige Abschnitte sind sehr naturbelassen und man muss mit Schotter und Schlaglöchern rechnen. Die Geschwindigkeit ist durch die Beschilderung meist begrenzt (10-20 kmh), aber besonders auf den gut ausgebauten und mehr frequentierten Abschnitten hält sich kaum jemand an diese Vorschriften. Fußgänger haben meist Vorrang. Häufiger findet man Pfosten oder deren in Fahrbahnmitte verbliebene Reste, die eine ernstzunehmende Gefahr sind. Es ist also eine vorausschauende Fahrweise angesagt! Funktionierende Bremsen und eine ordentliche Beleuchtung sind natürlich Pflicht - aus Gründen der eigenen Sicherheit. Man muss damit rechnen, dass die Beleuchtung in den Tunneln defekt oder zerstört ist, an einigen neu gebauten Vias Verdes waren die Solaranlagen oder deren Teile bereits nach wenigen Wochen verschwunden. Auf einigen Vias Verdes gibt es Abschnitte, die auch vom motorisierten Verkehr benutzt werden dürfen (Anwohner, Landwirtschaft usw.), aber auch "Falschfahrer", die Streckenabschnitte als Abkürzung benutzen, können plötzlich in Tunneln auftauchen!   [andalusien_html_m3a421e7a.jpg]
Vías Verdes in Andalusien

  V.V. del Aceite
  V.V. de la Campiña
  V.V. del Litoral
  V.V. de la Sierra
  V.V. de Molinos del Agua
  V.V. de Segura
  V.V. de la Sierra Norte de Sevilla
  V.V. del Guadiana
  V.V. Entre Ríos
  V.V. del Guadalimar
  V.V. de la Minería
  V.V. del Almanzora-Tramo del Hierro
  V.V. de la Sierra de Baza
  V.V. de El Ronquillo
  V.V. de la Maquinilla
  V.V. Puerto Real - San Fernando
  V.V. de Vadollano
  V.V. de Linares
  V.V. de Lucainena de las Torres
  V.V. Matagorda
  V.V. de Huércal-Overa
  V.V. Peñarroya-Pueblonuevo
  V.V. de Itálica
  V.V. de Sierra Nevada
  V.V. del Almanzora-Tramo Olula del Río

128,0 km
84,5 km
48,7 km
36,0 km
33,2 km
27,6 km
18,7 km
16,7 km
16,0 km
15,3 km
14,6 km
11,9 km
9,4 km
9,2 km
8,0 km
8,0 km
6,7 km
6,6 km
5,0 km
3,6 km
3,3 km
3,2 km
2,7 km
1,6 km
1,6 km

556,1 km

Einige der wichtigsten und längsten ausgebauten Radwege haben wir befahren, sie zählen zu den schönsten Vías Verdes in Spanien. Die südlichste Region Spaniens ist eine Landschaft voller Gegensätze, sie reicht von den Ebenen des Rio Tinto bis zu den 3400 m hohen Gipfeln der Sierra Nevada. Genau so gegensätzlich sind auch die Bahntrassenradwege, die diese Gebiete durchziehen. Die Radwege in den gebirgigen Regionen begeistern durch eine Vielzahl von Tunneln und Viadukten, wie sie für deutsche Verhältnisse kaum vorstellbar sind

Da es in den Höhen Andalusiens trotz der südlichen Lage in den Übergangszeiten noch empfindlich kalt werden kann, ist entsprechende Kleidung absolut notwendig! Die Wetterlage kann sich in den Bergen schnell ändern, und heftige Winde können die Fahrzeit erheblich beeinflussen. Da einige Regionen nur sehr dünn besiedelt sind, sollte man immer genügend Verpflegung dabei haben, und besonders im Sommer auch genügend Wasser. Unbedingt erforderlich ist Werkzeug, Flickzeug,Luftpumpe und Ersatzschlauch, wenn man nicht im Ernstfall kilometerlange Strecken schiebend zurücklegen will - auch wenn das Mobilfunknetz in Sapnien gut ausgebaut ist.

Ein wichtiger Punkt sind die Verkehrsverbindungen für Anreise und Rückfahrt. Während die kurzen Bahntrassenradwege nur regionale Bedeutunghaben oder für Eisenbahnbegeisterte interessant sind, haben die langen Vías Verdes - manchmal auch als Caminos Naturales bezeichnet - überregionale Bedeutung für mehrtägige Touren. Übernachtungsmöglichkeiten sollte man unbedingt vorher abklären. Besonders in den Ferienzeiten oder bei den häufigen lokalen Festtagen sind die Gaststätten und Hotels schnell ausgebucht! Auch an den andalusischen Vias Verdes gibt es einige ausgebaute alte Bahnhöfe, die eine begrenzte Zahl an Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.

Generell gilt für ganz Spanien: Zugverbindungen die Fahrräder im gleichen Zug mitnehmen sind selten. Manche Züge nehmen nur eine begrenzte Zahl an Fahrrädern mit, manchmal nur nach Voranmeldung.  In städtischer Umgebung werden Fahrräder in den Cercanias (Nahverkehrszüge), Straßenbahnen oder U-Bahnen befördert (Hinweise hierzu bei der Beschreibung der einzelnen Radwege. Manche Buslinien befördern auch Fahrräder, manchmal nur in Hüllen verpackt.

Da die einzelnen Vías Verdes weit von einander entfernt sein können, ist man leider oft auf das Auto angewiesen, wenn man nicht einzelne Streckenabschnite für eine größere Tour verbinden kann. Parkmöglichkeinen findet man meist an den alten Bahnhöfen oder in den nahegelegen Ortschaften. Ob man sein Auto an ganz einsam gelegenen Orten abstellen will, muss jeder selbst entscheiden.

1. Via Verde de la Sierra  (36 km)

Dieser Radweg zeichnet sich durch eine Vielzahl von Tunneln aus, er führt durch eine einsame Gebirgslandschaft und ist oft viele Kilometer von der nächsten Autostraße entfernt. Die Länge der Strecke von Olvera nach Puerto Serrano beträgt etwa 36 Kilometer bei einem Höhenunterschied von 300 m.

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2. Via Verde del Aceite  (119 + 6 km) - zusammen mit der Via Verde de la Subbetica

Der „Olivenölradweg“ Via Verde del Aceite von Jaén bis zur Stadt Puente Genil - Heute fasst dieser Radweg alle drei ausgebauten Teile der ehemaligen Bahnstrecke zusammen. Mit 119 + 6 Kilometern Länge ist die Vía Verde del Aceite damit einer der längsten Vias Verdes in Spanien - fast vollständig auf der ehemaligen Bahnlinie. Sie führt durch eine Landschaft mit hunderttausenden von Olivenbäumen. Merkmal dieses Weges sind die grandiosen Metallviadukte der französischen Schmiede Dayde und Pillé über die schroffen Flusstäler, die die Bahnlinie überbrücken musste. Auf dem Gebiet der Provinz Cordoba wird der Radweg auch als Tramo (Abschnitt) de la Subbetica (nach dem Naturschutzgebiet der Sierra Subbetica) bezeichnet. Der letzte und jüngste Teil des Radweg zwischendem Ort Navas del Sepillar und der Einmündung in die Bahnstrecke nach Linares bei Campo Real ist 8 km lang, die Anbindung in die Stadt Puente Genil (6 km) erfolgt über Nebenstraßen und Feldwege.

Die Via Verde de la Subbética wurde nun in die Seiten der Vía Verde del Aceite eingegliedert. Auf den offiziellen spanischen Seiten heiß dieser Radweg jetzt Vía Verde del Aceite - Tramo (Abschnitt) Sub-Bética, auch wenn die Beschilderung noch nicht angepasst ist.

Ein weiterer kurzer Bahntrassen-Radweg verbindet die Via Verde del Aceite vom ehemaligen Bahnhof Luque aus mit der Stadt Baena:  Die Vía Verde Guadajoz-Subbética (8 km). Dieser Radweg wird als Abschnitt der Via Verde del Aceite und nicht als eigenständige Strecke betrachtet.

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3. Vía Verde de Linares  ( 6 km)

Ein kurzer Radweg in einer eher vom Tourismus vergessenen Provinz, nur 6 Kilometer lang (vom Bahnhof Linares-Baeza aus 9 km) und 170 m Höhenunterschied, aber mit einem weiten Ausblick über die Landschaft Andalusiens. Im Jahre 2016 war dieser Weg leider in schlechtem Zustand, besonders der Anschluss zum Viadukt “Los Barros” über den Rio Guadalimar . Dort beginnt die Vía Verde del Guadalimar, die bisher weitere 15 km Radweg bereitstellt.

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Die ehemalige Bahnstrecke Baeza - Utiel:   Via Verde del Guadalimar (4), Via Verde de Segura (5) und Via Verde de la Sierra de Alcaraz (Provinz Albacete, La Mancha)

Die nie fertiggestellte Bahnstrecke
Baeza - Utiel ist die Basis für mehrere neue Vías Verdes (2016).
Von der Industriestadt Linares, genauer gesagt vom Bahnhof Linares-Baeza (Andalusien) am Río Guadalimar über Baeza zur Provinzgrenze von Albacete (La Mancha) durch die Provinzen Jaén, Albacete und Valencia bis nach Utiel sollte diese Strecke einmal führen. Sie hatte eine geplante Länge von 371 Kilometern. Unzählige Brücken und Viadukte sowie 137 Tunnel waren erforderlich, 43 Bahnhöfe waren einst geplant. Die Bauarbeiten waren schon weitestgehend fortgeschritten, als der Spanische Bürgerkrieg und das Aufkommen des Automobils der Fertigstellung ein Ende setzten. Geblieben sind die alte Trasse ohne Schienen, zahlreiche Bahnhöfe (heute Ruinen), Tunnel, Brücken und Viadukte. Was durch Überbauung nicht zerstört wurde, ist die ideale Plattform für einen Radweg abseits der Straßen, der die Landschaft des südlichen Spaniens durch die Berge bis in die Nähe des Mittelmeers erschließen könnte. Im Frühsommer 2016 sind von den 254 Kilometern zwischen Linares und Albacete bereits 122,1 km fertiggestellt, 18,1 km sind im Bau. Rund 10 km fehlen noch von Reolid zum Anschluss nach Alcaraz. Noch keine Information fanden wir zum Abschnitt zwischen dem Ende des Radwegs  V.V. del Guadalimar und dem Beginn der Via Verde de Segura bei Arroyo de Ojanco (ca. 99 km).

Die alten Kilometersteine (B-U) findet man manchmal noch am Rande der Trasse.

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4. Vía Verde del Guadalimar (15,2 km)

Unweit des Bahnhofs Linares-Baeza, am Viadukt “Los Barros” über den Rio Guadalimar beginnt die Via Verde del Guadalimar. Auf einem Abschnitt einer nie fertigestellten Bahnstrecke quer durch ganz Spanien - der Strecke Baeza-Utiel - ist ein neuer Bahntrassenradweg entstanden. Zunächst entlang des Flusses, dann hinauf in die Berge und durch das Land unzähliger Olivenbäume führt der Weg. Viadukte, Tunnel und Ausblicke über die Landschaft hat die Strecke zu bieten, die bisher nur gut 15 Kilometer beträgt. Ein Weiterbau auf der Trasse Richtung Baeza und Úbeda und vielleicht auch der Anschluss an den neuen Abschnitt am Río Segura ("Vía Verde del Segura" auf der gleichen Bahntrasse) ist noch nicht absehbar. Sollte das Projekt in die Tat umgesetzt werden, wäre eine Fahrt bis nach Albacete (Via Verde de la Sierra de Alcaraz) und weiter auf der mehr als 300 km langen Bahnstrecke möglich. 

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5. Vía Verde de Segura (27,6 km)

Etwa 2,5 km östlich des kleinen Ortes Arroyo del Ojanco und etwa 100 km vom Endes der Via Verde del Guadalimar entfernt beginnt die Via Verde de Segura. Auf der Bahntrasse der Strecke Baeza-Utiel fürt der Radweg durch die Berge der Region, die teils als Nationalpark ausgewiesen sind. An der Grenze zwischen Andalusien und der Region La Mancha endet der Ausbau im Jahr 2016, der Weiterbau ist aber bereits fortgeschritten. In naher Zukunft soll der Radweg bis zum Anschluss an die Vía Verde de la Sierra de Alcaraz (La Mancha) befahrbar sein.

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 Vía Verde de la Sierra de Alcaraz (78 km)

Die Fortsetzung der Vía Verde de Segura auf dem Gebiet der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-La Mancha führt in die Provinzhauptstadt Albacete. Ein Abschnitt auf der Trasse Baeza-Utiel von ca. 18 km ist im Bau, weitere 10 km sind  in Planung. In Alcaraz, einem kleinen Ort  mit ca. 1500 Einwohnern und einem historischen Ortskern, soll der neue Abschnitt auf die Vía Verde de la Sierra de Alcaraz treffen, die von dort aus nach Albacete bereits ausgebaut ist (78 km).

6. Vía Verde de la Sierra Norte de Sevilla (18,7 km)
Eine alte Mnenbahn durch die Sierra Norte etwa 90 km von Sevilla entfernt führt zu den alten Minen des "Eisenhügels" (Cerro del Hierro). 18 km lang ist die asphaltierte Strecke, auf der mann mühelos durch die felsige Landschaft zu den Überresten der ehemaligen Tagebauanlage radeln kann. Ein optionaler Rundweg zu Fuß durch die bizarre Landschaft vervollständigt diesen Ausflug in die Geschichte der Region.

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